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Dormagen: Neue Moschee soll im Frühjahr fertig sein

Dormagen : Neue Moschee soll im Frühjahr fertig sein

Vor knapp einem Jahr wurde an der Roseller Straße der Grundstein für eine neue Moschee gelegt.

Die Bodenplatte ist heute das Fundament für eine rege Bautätigkeit: Der Keller im Rohbau ist fertig, die Konturen des künftigen Erdgeschosses sind deutlich sichtbar, vor allem der große Versammlungsraum in seiner Ausprägung erkennbar. "Alles läuft", sagt Dursun Pekdemir, Vorsitzender des Moschee-Vereins. "Im Frühjahr wollen wir fertig sein."

Foto: Jazyk, Hans (jaz)

Nach den Plänen des Architekten Cavit Sahin soll in dem wenig ansehnlichen Gewerbegebiet ein kleines Schmuckkästchen entstehen, mit dem sich der Moscheeverein noch weiter auch für Nicht-Muslime öffnen möchte. Die erste Dormagener Moschee, die auch für den Laien als solche optisch erkennbar sein wird durch Kuppel und Minarett. Konkret sehen die Bau-Planungen nach den Vorstellungen der Moschee-Verantwortlichen so aus: Im schon hergestellten Untergeschoss wird ein rund 550 Quadratmeter großer Salon mit Bühne entstehen.

Dieser Mehrzweckraum ist geeignet für Feierlichkeiten und Versammlungen — "für alle Dormagener", betont Pekdemir, der seit 19 Jahren in Dormagen lebt. "Vereine können bei Bedarf diese Räumlichkeiten mieten." Im Erdgeschoss wird der eigentliche Gebetsraum auf einer Fläche von etwa 450 Quadratmetern entstehen. Eine Besonderheit: Diese Halle ist nach oben hin offen, so dass im Obergeschoss rundherum Balkone angelegt werden. "Dort können Frauen in Ruhe beten", so Pekdemir. In einem Teil des Erdgeschosses wird der Lebensmittelladen untergebracht, der bislang in der alten Halle liegt. Im Obergeschoss wird der Vorbeter, Iman, wohnen. Die Moschee wird von einer Kuppel bedeckt und daneben ein etwa 21 Meter hohes Minarett entstehen.

Beim Tag der offenen Tür in der vorvergangenen Woche war die Besucherresonanz größer als von Pekdemir erwartet. "Es waren sehr viele deutsche Gäste bei uns. Ihnen hat das, was sie gesehen, haben gut gefallen." Am Dienstag feierten die Mitglieder des Vereins zu früher Stunde gemeinsam beim Gebet das Opferfest. Das nächste werden sie dann im viel größeren Gebetsraum der neuen Moschee feiern können. Bis Ende des Jahres werden die wesentlichen Rohbauarbeiten abgeschlossen sein, hofft Dursun Pekdemir. "Nächste Woche wird die Decke zwischen Erdgeschoss und erster Etage eingeschalt." Auf einer Mitgliederversammlung wird in Kürze besprochen, wie es — auch finanziell — weiter geht. Der Bau der Moschee lebt im Wesentlichen von Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Die müssen weiter fließen, wenn es bald um den Bau der Kuppel und des Minaretts geht. "Ich bin sicher, dass die Moschee eine Bereicherung für die Stadt sein wird", sagt der Vorsitzende des Türkisch-Islamischen Kulturvereins. Sein persönliches Ziel formuliert der Bayer-Chemikant so: "Die deutschen Besucher sollen immer zu uns kommen, mit uns sprechen, diskutieren, leben, feiern — das ist mein großer Wunsch."

(NGZ)