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Dormagen: Neue Kita-Beiträge belasten viele Eltern

Dormagen : Neue Kita-Beiträge belasten viele Eltern

Neue Beitragsstufen, eine veränderte Alterseinteilung und eine geringere Belastung von Niedrigverdienern bringt die neue Tabelle der Elternbeiträge. Wirksam wird die Erhöhung zum neuen Kindergartenjahr im Sommer.

Eltern, deren Kind im kommenden Sommer zweieinhalb Jahre alt ist, haben Pech: Sie werden von der neuen Beitragstabelle zur Kinderbetreuung, die jetzt sowohl vom Jugendhilfe- als auch vom Schulausschuss mehrheitlich beschlossen wurde, stark getroffen. Ein Beispiel: Zurzeit zahlt eine Familie mit einem Jahreseinkommen von bis zu 55 000 Euro genau 100 Euro im Monat, wenn es den Sprössling für 35 Stunden in die Kindertagesstätte gibt. Im neuen Kindergartenjahr werden es 180 Euro sein.

Das liegt zum einen an der generellen Erhöhung der Beiträge, zum anderen an der Einführung einer neuen Alterseinteilung. Die Stadt Dormagen rückt von ihrer Einteilung ("Kinder unter zwei Jahre" und "Kinder über zwei Jahre") ab und passt sich der landesweit üblichen Regelung ("Kinder unter drei Jahre" und "Kinder über drei Jahre") an. Teurer wird es auch für die Besserverdiener. Beispiel zwei: Eine Familie kommt auf ein Jahreseinkommen von 110 000 Euro. Damit zahlt sie zurzeit 242 Euro. Künftig sind es 331 Euro. Das liegt daran, dass im oberen Einkommensbereich neue Stufen eingeführt werden. Die Stadt will mit dieser Maßnahme ab 2014 jährlich rund 230 000 Euro mehr einnehmen, für 2013 sollen es etwa 95 800 Euro sein.

Stärker entlastet werden Eltern mit niedrigem Einkommen. Die beitragsfreie Stufe wird von 20 000 Euro auf 25 000 Euro angehoben. Der neuen Beitragstabelle wurde in beiden Ausschüssen mit Blick auf die prekäre Haushaltslage von der Jamaika-Koalition (CDU, FDP und Grüne) zugestimmt. SPD, Zentrum und BfD lehnten Erhöhungen in diesem Bereich als unsozial ab.

Der Schulausschuss beschloss darüber hinaus weitere Einschnitte:

Schülerbeförderung Durch Busfahrten für freiwillige Unterrichtsangebote (Schwimm-AGs, Reit-AGs oder Sport-Wettkämpfe) entstehen der Verwaltung jährlich Kosten in Höhe von 6000 Euro. Diese Fahrten werden gestrichen.

Mittagsessen Die Stadt hatte an der Zuschussmaßnahme des Landes "Alle Kinder essen mit!" teilgenommen. Weil laut Verwaltung die Nachfrage zu gering ist, können jährlich rund 3000 Euro gespart werden.

Sprachkurse Dieses Angebot für Kinder mit Sprachförderbedarf vor der Einschulung kann gestrichen und 7000 Euro gespart werden, weil zu wenige Kinder das Angebot annehmen. "Bei Bedarf können wir die Sprachkurse sofort wieder einrichten", sagte Schulverwaltungsamtsleiterin Ellen Schönen-Hütten.

Hausaufgabenbetreuung Dabei handelt es sich um Kosten für eine Gruppe von Kindern aus Hackenbroich, die noch nicht die OGS besuchen. Dies wird aber angestrebt. In dem Fall können jährlich 25 000 Euro weniger ausgegeben werden.

(NGZ/ac)