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Dormagen: Neue Hoffnung für das Ladenzentrum

Dormagen : Neue Hoffnung für das Ladenzentrum

Im Rahmen einer Zwangsversteigerung wurde der Gebäudekomplex des Hackenbroicher Ladenzentrums an der Moselstraße veräußert.

Der Gebäudekomplex rund um das Ladenzentrum an der Moselstraße hat einen neuen Eigentümer. Die Deutsche Haus- und Grundholding hat die Immobilien im Zuge einer Zwangsversteigerung vor dem Amtsgericht Neuss erstanden. Hackenbroichs Lokalpolitiker schöpfen Hoffnung, dass der neue Eigentümer weitere Mieter für das Ladenzentrum findet.

Die Sparkasse, ein Friseur, ein Physiotherapeut sowie ein Blumenhändler halten das Geschäftszentrum an der Moselstraße am Leben. "Viele Geschäfte haben nach der Pleite des Edeka-Marktes aufgegeben", sagt CDU-Ratsherr Jo Deußen. Dass der Häuserkomplex seitdem, also seit etwa 1999 an Attraktivität verliert, bescheinigt auch Norbert Fenes, der Hackenbroich für die SPD im Stadtrat vertritt: "Das ist ein schwieriges Thema. Wir müssen abwarten, welche Pläne der neue Eigentümer für die Immobilie hat", erklärt er.

Auf NGZ-Anfrage gab Stadtsprecher Harald Schlimgen gestern an: "Wir haben in dieser Woche ein Gespräch mit dem neuen Eigentümer." Unter anderem die städtische Wirtschaftsförderung wolle dann das Gespräch nutzen und gemeinsam mit der Deutschen Haus- und Grundholding überlegen, welche Entwicklungsmöglichkeiten es für das Ladenzentrum gibt.

Detlef Gründer, Geschäftsführer der Deutschen Haus- und Grundholding mit Sitz in Lippstadt, war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Sein Unternehmen soll den Komplex, zu dem neben dem Ladenzentrum unter anderem auch über 90 Wohnungen gehören sollen, für etwa 3,3 Millionen Euro erstanden haben. "Geschätzt wurde der Immobilienwert auf sieben Millionen Euro", weiß CDU-Verkehrspolitiker Hermann Harig, der die Zwangsversteigerung in Neuss verfolgte. Er wolle dem neuen Eigentümer nun das Einzelhandelsgutachten für die Stadt Dormagen zukommen lassen und aufzeigen, welchen Bedarf es in Hackenbroich noch zu decken gebe.

Wo der Bedarf liegt, wird im Gespräch mit den Hackenbroicher Lokalpolitikern von Union und SPD schnell klar. "Uns fehlt vor allem ein Vollsortimenter", sagt Fenes. Hackenbroich hatte einst zwei. "Wenn man jetzt etwas kaufen möchte, was über das Sortiment der beiden Discounter im Ort hinausgeht, ist man auf das Auto angewiesen", erklärt Deußen. Der ehemalige Edeka-Markt im Ladenzentrum hatte eine Verkaufsfläche von rund 400 Quadratmeter. "Vollsortimenter fordern inzwischen jedoch meist 800 Quadratmeter. Außerdem sind die Möglichkeiten zur Anlieferung am Standort schwierig", sagt Deußen. Fenes ist der Meinung, dass sich auf dem Gelände des Ladenzentrums nur kleinteilig Geschäfte etablieren lassen: "Die Chancen, einen großen Supermarkt zu etablieren, halte ich für gering." Die Hoffnung geben die Politiker jedoch nicht auf: "Wir bleiben dran", versichert Vize-Bürgermeister und Hackenbroicher Urgestein, Hans Sturm.

(NGZ/rl)