1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Neue Forderung nach Kunstrasen

Dormagen : Neue Forderung nach Kunstrasen

Der FC Straberg will nicht länger auf eine neue Sportanlage warten und sieht die Politik in der Pflicht. Hoffnungen auf eine Lösung der Probleme rund um den alten Aschenplatz macht Bürgermeister Hoffmann dem Verein nicht.

Die neue Aschewolke, die momentan aus Island gen Europa zieht, kann beim FC Straberg niemanden schrecken. Wann immer der Aschenplatz bei schönem Wetter für Fußballspiele genutzt wird, bildet sich eine riesige Staubwolke über dem Platz — meterhoch, stundenlang. "Bei Sonne haben wir eine Staub-, bei Regen eine Schlammschlacht", klagt Thomas Baumer, Leiter der Fußballabteilung des FC.

"Inzwischen fragen uns schon Mütter der Junioren, wie das mit der Gesundheitsbelastung aussieht. Und neue Spieler bleiben weg, weil sie nicht mehr auf Asche kicken wollen." Auch die Umlaufbahn sei in erbärmlichem Zustand, sagt Hubert Schillings, Leiter der Leichtathletik-Abteilung des inzwischen drittgrößten Dormagener Sportvereins, der schon länger auf bessere Trainings- und Spielbedingungen hofft. "Seit den 1990er Jahren steht das Thema auf der Tagesordnung", sagt Pressewart Johannes Stürmer. Passiert sei nichts, obwohl eine neue Anlage sogar im Koalitionsvertrag von CDU, FDP und Grünen zu finden sei. Dazu CDU-Fraktionschef Wiljo Wimmer: "Richtig ist, dass Straberg auf der Liste der nächsten sportpolitischen Großprojekte ganz oben angesiedelt ist." Wann jedoch wieder Spielraum für Investitionen in Sportanlagen besteht, ist völlig offen.

Sicher ist: Das Straberg-Projekt ist kein kleines. Dass ein Kunstrasenplatz samt Vierfach-Umlaufbahn eine Million Euro koste, bestreitet FC-Vorsitzender Josef Schoos. "700 bis 800 000 Euro sind realistisch." Ein Kunstrasenplatz ohne oder nur mit Aschenbahn für die Leichtathleten mache keinen Sinn. Der FC sieht die Politik in der Pflicht: "Wir haben uns mit Forderungen in schwieriger Finanzlage zurückgehalten. Jetzt, wo sich die Lage entspannt, wollen wir die Politik an ihre Versprechen erinnern", sagt Johannes Stürmer. Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann äußert Verständnis für den Ärger und weiß, dass der FC "auch viele Nicht-Straberger anzieht". Die Analyse der Finanzlage aber fällt bei ihm ganz anders aus. In der Tat sei eine neue Anlage für den FC schon einmal etatisiert gewesen. Die Finanzlage der Kommune aber hätte das Vorhaben bislang verhindert — und erlaube auch in näherer Zukunft keine Umsetzung. "Die Situation ist ja nicht besser, sondern schlechter geworden, trotz gestiegener Gewerbesteuereinnahmen." Es hake an allen Ecken und Enden, Baustellen gebe es viele: den Heidesportplatz in Zons etwa oder die Aula des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums, an der 45 Jahre nichts gemacht wurde. Hoffmann: "Ich kann den Strabergern nicht versprechen, dass ihre Anlage Bestandteil des nächsten Haushalts wird" — was ohnehin die Politik zu entscheiden habe.

(NGZ)