Neue Flächen für Streuobstwiesen in Dormagen

Baumpatenschaften angestrebt: Zwei neue Flächen für Streuobstwiesen

Umweltausschuss befürwortet Areale in Dormagen und Zons. Die Stadt will mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald kooperieren.

Es wird wohl zukünftig wieder ein Stückchen bunter werden in Dormagen – wenigstens in der Blühperiode im Frühjahr und bei der Früchteernte im Herbst. Denn die Stadt bekommt zusätzliche Streuobstwiesen. Einem entsprechenden Antrag der CDU-Fraktion stimmte der Planungs- und Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung zu.

Die neuen Wiesen sollen in Zusammenarbeit mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald angelegt werden. Die Verwaltung hat jeweils eine Fläche in Dormagen und eine in Zons ausgesucht, die sie für geeignet hält. Bisher werden sie noch landwirtschaftlich genutzt. „Beide würden zwar einer ackerbaulichen Intensivnutzung entzogen, jedoch wiederum einer anderen landwirtschaftlichen Nutzung als Mäh- und Obstbaumwiese zugeführt“, schreibt Bürgermeister Erik Lierenfeld. Sogar eine Viehbeweidung wäre möglich. Lierenfeld weiter: „Diese Nutzung würde in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station im Rhein-Kreis Neuss und ortsansässigen Landwirten konzipiert und umgesetzt. Hierdurch würde zudem regionales kulturelles Erbe bewahrt (Alte Obstsorten) und den Bürgern ortsnah nahegebracht.“

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald wiederum könnte dort Obstbäume anpflanzen, für die es Patenschaften aus der Bevölkerung geben würde. Die wissenschaftliche Begleitung würde ebenfalls die Biologische Station übernehmen.

  • Dormagen : Dormagen will sich für Insekten einsetzen

Mit der Anlage neuer Streuobstwiesen könnte die Stadt zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn der Antrag der CDU lässt sich gut mit einem Antrag der SPD verknüpfen. Die Sozialdemokraten hatten angesichts der nachgewiesenen großen Rückgänge bei den Insektenpopulationen in Deutschland ein Konzept zu „Dormagen tut etwas für Insekten“ gefordert. Auch damit hat man sich im Rathaus auseinandergesetzt. Das Ergebnis: „Durch eine Mahdgutübertragung oder die Einsaat von Regiosaatgut können zusätzlich zum Baumbestand mit Obstgehölzen artenreiche Mähwiesen auf den Flächen entwickelt werden, die attraktiv für Insekten sind“, meint die Stadt.

Die Flächen sollen auch in das Dormagener Ökokonto eingebucht werden. Damit ist allerdings die Inanspruchnahme von Fördergeldern nicht möglich.

(ssc)
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