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Netzwerker Olaf Ackerschott leitet Haus der Lebenshilfe in Dormagen

Lebenshilfe in Dormagen : Ein Netzwerker für die gute Sache

Olaf Ackerschott leitet das Haus der Lebenshilfe in Nievenheim. Den ersten Kontakt mit Menschen mit Behinderung hatte er im Zivildienst.

In seiner Freizeit entspannt Olaf Ackerschott gerne zu Musik von Johnny Cash und Dire Straits oder legt selbst Hand an die Gitarre. Als Einrichtungsleiter im Haus der Lebenshilfe kommt er – gerade im Moment – aber eher seltener dazu. Ackerschott ist in Neuss-Norf aufgewachsen und kam während seines Zivildienstes das erste Mal in Kontakt mit Kindern mit Behinderung. „Ich habe in einer Einrichtung Mutter-Kind-Kuren betreut“, erzählt Ackerschott. Er erinnert sich vor allem an ein prägendes Ereignis: „Ich habe mich mit einem autistischen Kind befasst, dass keinen Kontakt aufnehmen konnte. Ich habe mir Informationen darüber angelesen und immer wieder versucht einen Kontakt herzustellen. Während der ganzen vier Wochen ist mir dies nicht gelungen, aber am letzten Tag kam das Kind zu mir und sagte ‚Tschüss Olaf‘. Das hat mich sehr berührt.“

Im Anschluss an den Zivildienst studierte Ackerschott zunächst Latein und Griechisch in Düsseldorf bevor er nach einem Semester an die Fachhochschule wechselte, um Sozialpädagogik zu studieren. Nach dem Studium arbeitete er bei der Lebenshilfe Neuss in einem Wohnhaus in Neuss-Grimlinghausen. Seit der Gründung arbeitet Ackerschott bei der Lebenshilfe Rhein-Keis Neuss im Haus Nievenheim. Zuerst als Betreuer, dann als Gruppen- und stellvertretender Einrichtungsleiter. Seit 2017 leitet er die Einrichtung. Zum Abschalten in der Freizeit verbringt Ackerschott Zeit mit seinen Kindern und seiner Lebensgefährtin. Auf seine Tochter Elisabeth hat sein Lebenslauf abgefärbt. Sie tritt in die Fußstapfen ihres Vaters und studiert Soziale Arbeit.

Im Haus der Lebenshilfe in Nievenheim wohnen 30 Menschen mit Behinderung. Sie sind zwischen Anfang 20 und Ende 60. Sie leben in drei Gruppen. 29 Mitarbeiter sind Ansprechpartner, Betreuer und Unterstützer. Im Moment ist auch hier wegen Corona einiges anders: „Seit 14 Tagen arbeiten unsere Bewohner nicht mehr, wie sonst immer, in den Varius-Werkstätten. Auch gibt es ein Besuchsverbot“, erzählt Ackerschott. „Wir haben die Situation allen Bewohnern erklärt und unsere Betreuung angepasst.“ Spaziergänge finden begleitet statt. Einkäufe erledigen die Mitarbeiter. „Ich bin wirklich stolz auf mein Team. Alle leisten eine hervorragende Arbeit, ziehen bei den Maßnahmen und Einschränkungen mit und versuchen den Alltag, so gut es geht aufrecht zu erhalten.“

Ackerschott trägt die Gesamtverantwortung für Mitarbeiter und Bewohner. Dazu gehört auch die Sicherstellung einer optimalen Betreuung. Er koordiniert alle Bereiche im Haus. Von dem Erstellen von Dienst- und Urlaubsplänen über Fall- und Mitarbeitergespräche, Dienstbesprechungen und Fortbildungen bis hin zum Akquirieren von Spendengeldern, der Kassenverwaltung und der Übersicht von Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten – Olaf Ackerschott hat den Überblick.

Zu seinen Aufgaben gehört auch die Initiierung von Projekten, Öffentlichkeitsarbeit und die Vernetzung im Sozialraum. Gerade letzteres spielt für ihn eine große Rolle: „Wir wollen nicht alleine dastehen. Für die Bewohner ist die Teilhabe am Leben außerhalb unseres Hauses enorm wichtig. Wir wollen vermitteln: Ihr könnt was beitragen.“ Dafür engagiert sich das Haus bei vielen Projekten in Dormagen, wie dem ‚Sauberhafttag‘ oder zuletzt auch bei ‚Dormagen backt‘. Es bestehen zum teil langjährige Freundschaften zum Schützenverein in Nievenheim, den Karnevalsgesellschaften in Ückerath und Nievenheim oder dem Rassegeflügel Zuchtverein. Dessen Vorsitzender, Bernd Klophausen, hatte 2018 den „Förderverein Lebenshilfe Wohnhaus Nievenheim“ mitbegründet, der inzwischen viele Mitglieder hat.