Netzwerk Alte Apotheke öffnet in Dormagen den Laden "Schappó"

Behindertenhilfe in Dormagen: Netzwerk Alte Apotheke öffnet Laden „Schappó“

Im kleinen Shop hinter dem Café an der Kölner Straße 30 sind Produkte aus den Behinderten-Werkstätten zu kaufen.

Schneeweiße Schneemänner mit schwarzem Zylinder, bunte Könige und grünberockte Jäger oder schwarzbefrackte Grenadiere: Die Deko-Gegenstände aus Holz sind von Jahreszeiten unabhängig aufzustellen, ebenso die gehäkelten Stofftiere von der Eule bis zum kleinen Maulwurf. Dazu Regale voller Leckereien von Likören, Ölen und Marmeladen über türkische Gewürzpaste und Weihnachts-Plätzchen bis zu gemahlenem und ungemahlenem Kaffee aus Burundi. Das Angebot im am Donnerstagmittag eröffneten Laden „Schappó“ im Netzwerk Alte Apotheke ist riesig. Und das Besondere an dem kleinen Geschäft hinter den Café-Räumen an der Kölner Straße 30: Hergestellt und gebastelt haben die Produkte die Klienten der Behindertenhilfe der St.-Augustinus-Gruppe in Werk- und Begegnungsstätten.

„Das ist aber schön geworden“, „Da kaufe ich sofort ein“, „Davon erzähle ich meinen Freundinnen“ – die Reaktionen der ersten Kunden waren durchweg positiv. Das brachte Anna Hölscher, die Leiterin des Netzwerks Alte Apotheke, noch mehr zum Strahlen als sonst. „Ich freue mich, dass unser neuestes Projekt so gut ankommt“, sagte sie und verwies auf Raucherraum und Bibliothek, die vor dem Shop verwirklicht wurden. „Aus dem französischen Wort Chapeau, den Hut ziehen, haben wir das lesbarere Schappó gemacht“, erklärte Hölscher den Namen: „Damit wollen wir die Arbeit unserer Klienten würdigen und ihnen Wertschätzung entgegenbringen.“

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Wie Marzena Szarlata von der Behindertenhilfe ausführte, sollen die kreativen Produkte, die in den Werkstätten für Menschen mit Behinderungen entstehen, nicht nur auf Basaren und Trödelmärkten angeboten werden: „Sie sind viel zu schade, um im Keller zu lagern, sie müssen unter die Leute“, erklärte sie die Idee, die dahintersteckt. Sie hatte eigens einen Zylinder mitgebracht, den sie passend zum Namen des Ladens vor den Klienten, Ehrenamtlern und Mitarbeitern zog: „Allen Helfern und Unterstützern gilt unser Dank.“ Sie bedankte sich auch bei den Puzzlefrauen, die türkische Spezialitäten für den „Schappó“-Laden zur Verfügung gestellt haben.

Dem schloss sich Wilfried Gaul-Canjé, Leiter der St.-Augustinus-Behindertenhilfe, an: „Herzlichen Dank allen, die daran mitgearbeitet haben.“ Für ihn war die Eröffnung eines Ladens auch eine Premiere: „Das ist sehr schön, wenn auch ungewohnt.“ Nicht nur der Shop selbst begeisterte ihn: „Ich habe den Eindruck, dass unser Laden – die St.-Augustinus-Gruppe – hier ein kreatives Völkchen ist.“ Denn die Behindertenhilfe, gerade auch im Netzwerk alte Apotheke gut zu erkennen, schaue nicht in erster Linie auf die Beeinträchtigungen, sondern auf die Fähigkeiten und die Stärken. „Das macht mich sehr froh und stolz“, sagte Gaul-Canjé.

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