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Mutmaßlicher Serienräuber aus Dormagen gefasst

Raubüberfälle in Dormagen : Zwei 17-jährige mutmaßliche Serienräuber gefasst

Am Samstag vor einer Woche nahm die Polizei einen 17 Jahre alten Dormagener fest, der mindestens fünf Raubüberfälle begangen haben soll. Ein DNA-Vergleich stimmte überein. Mittwoch wurde der mutmaßliche Komplize ermittelt.

Die Polizei ist davon überzeugt, dass sie die Täter gefunden hat, die für eine Reihe von fünf Raubüberfällen in Dormagen in Frage kommen. Sie hat bereits am Samstag vor einer Woche einen 17 Jahre alten Dormagener festgenommen.

Fahnder der eigens ins Leben gerufenen Ermittlungskommission "Messer" führten ihn auf Antrag der Staatsanwaltschaft einem Richter vor, der Untersuchungshaft anordnete. Wichtigste Grundlage dafür ist die DNA-Untersuchung des Landeskriminalamtes, wonach eine Übereinstimmung zwischen dem Erbgut des Festgenommenen und den gesicherten Spuren an der Kleidung des mutmaßlichen Täters besteht, die im Umfeld eines Tatorts sichergestellt wurde.

Mittwochmorgen ermittelte die Polizei auch den mutmaßlichen Komplizen, einen ebenfalls 17 Jahre alten Dormagener. Er wurde nach der Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt. Die beiden jungen Männer streiten die Taten ab.

Am 31. August, gegen 22.20 Uhr, war eine Spielhalle an der Knechtstedener Straße Ziel eines Überfalls geworden.

Am 6. September, gegen 22.50 Uhr, forderte ein Täter an der Tankstelle an der Hamburger Straße Geld unter Vorhalt eines Messers. Am Morgen des 9. September, gegen 7 Uhr, schlug ein Räuber in einer Bäckerei an der Piwipper Straße zu. Am gleichen Tag wurde gegen 15 Uhr ein Sonnenstudio an der Hamburger Straße überfallen. Es war bereits der zweite Raub auf dieses Ladenlokal. Die erste Tat dort geschah zwei Tage zuvor am 7. September, gegen 20.30 Uhr. Die Beute bestand jeweils aus geringen Bargeldbeträgen. Verletzt wurde bei den Überfällen niemand. Ein betroffener Geschäftsmann, der Inhaber des Sonnenstudios, hat für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters oder der Täter führen, eine Belohnung in Höhe von 500 Euro ausgelobt.

Die Polizei suchte daraufhin öffentlich mit einem Phantombild nach dem Tatverdächtigen. Mit Erfolg: "Es gingen eine ganze Reihe von zum Teil vielversprechenden Hinweisen auf die Identität des Gesuchten ein", sagte Polizei-Sprecherin Daniela Dässel. Die weiteren Ermittlungen führten die Beamten dann auf die Spur des 17-Jährigen. Sie nahm ihn in der elterlichen Wohnung fest. Er ist der Polizei wegen mehrerer Eigentumsdelikte bereits bekannt. In den Tagen danach konzentrierten sich die Ermittlungen auf den bis dahin noch unbekannten Komplizen, von dem nach den ersten der fünf Raubüberfälle noch nicht die Rede gewesen war. Ein weiterer 17 Jahre alter Dormagener rückte ins Visier der Fahnder.

Mittwochmorgen gestattete der Staatsanwalt die Durchsuchung der elterlichen Wohnung des zweiten Tatverdächtigen. "Die Auswertung von Beweismaterial dauert derzeit noch an", sagte Dässel. Unklar ist, ob dieser Jugendliche aktiv an einem der Raubüberfälle beteiligt gewesen ist oder "nur" Schmiere gestanden hat. "Das müssen die detaillierten Ermittlungen ergeben", so die Polizeisprecherin. Im Unterschied zu seinem mutmaßlichen Komplizen ist dieser, körperlich etwas größere, 17-Jährige bislang polizeilich nicht in Erscheinung getreten.

(schum)