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Dormagen: Mut und Weitsicht

Dormagen : Mut und Weitsicht

Stürzelberg In Stürzelberg hat ein Stück Zukunft der heimischen Landwirtschaft begonnen. Max-Josef und Christine Kallen mit ihren Kindern Johannes, Barbara und Helena setzen dem Höfesterben in Deutschland unternehmerische Kreativität und Mut entgegen.

Stürzelberg In Stürzelberg hat ein Stück Zukunft der heimischen Landwirtschaft begonnen. Max-Josef und Christine Kallen mit ihren Kindern Johannes, Barbara und Helena setzen dem Höfesterben in Deutschland unternehmerische Kreativität und Mut entgegen.

Die Familie, die seit fast 300 Jahren Äcker im Rhein-Kreis Neuss bewirtschaftet, hat mehr als vier Millionen Euro in den neuen Betrieb am Ortsausgang Stürzelberg an der Feldstraße investiert. Vorausgegangen war in den eine zunehmende Spezialisierung auf Spargel, Erdbeeren und Kartoffeln auf den 180 Hektar im weiteren Umkreis des Hofes, die von den Kallens bewirtschaftet werden.

Voller Stolz präsentierte die Familie den Betrieb jetzt bei der offiziellen Eröffnung. Landwirtschafts- und Verbraucher-Minister Eckhard Uhlenberg ist ebenso gekommen wie der Präsident des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes, Friedhelm Decker, Ludwig Hanebrink, Direktor der Landwirtschaftskammer NRW, Landrat Dieter Patt, Bundestagsabgeordneter Hermann Gröhe, Bürgermeister Heinz Hilgers...

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Sie alle heben den unternehmerischen Mut der Familie hervor, in schwieriger Zeit, eine solche Investition zu wagen. Doch Gäste und Gastgeber zeigen sich zuversichtlich, dass dies gelingen wird. Minister Uhlenberg bestätigte Max-Josef Kallen darin, bei der Vermarktung auf die Verbraucher in der Region zu setzen und die Versorgung über erzeugergemeinschaften abzuwickeln: "Die Verbraucher sind kritischer geworden und schauen genauer hin, woher ihr Obst und Gemüse kommt."

NRW sei das drittgrößte Erzeugerland bei Kartoffeln in Deutschland, jeder Bürger verspeise jährlich 67 Kilo davon, hinzu kommen Pommes, Chips und mehr - mit einer Tendenz zu mehr heimischen Produkten. Diesen Trend wollen die Kallens nutzen. Das Land unterstützt das Projekt mit einem Zuschuss und intensiver Beratung.

Für Friedhelm Decker "wird der Traum und die Vision von einem modernen Betrieb endlich Wirklichkeit". Die Kallens sind "trotz extrem widriger Bedingungen für die Landwirtschaft" das Wagnis eingegangen - der Erfolg der Spezialisierung gebe ihnen recht. Für Ludwig Hanebrink ist der neue Hof mit zwei markanten Hallen auch ein Ausdruck "der Freude an dem Beruf des Landwirts und des Spaßes an der Arbeit" - beides zeichne die Familie Kallen aus.

Bürgermeister Heinz Hilgers stellte die "ökologische wie Ökonomische Weitsicht" der Familie heraus. Die Stadt hatte die Baugenehmigung laut Kallen schnell gestellt - durch andere staatliche Behörden sei es dann jedoch zu Verzögerungen gekommen.

Die neuen Hallen mit insgesamt rund 5000 Quadratmeter Fläche habe ihre Feuerprobe bei der Spargelernte bereits bestanden. Die Familie arbeitet mit modernsten Maschinen sowohl auf den Feldern als auch in den Hallen. Dort wird der Spargel automatisch geschält, wird gekühlt, werden Kartoffeln tonnenweise gelagert, und den ganzen Winter über auch in Dormagener Geschäfte geliefert.

Dort sorgen moderne Sortier-, Wiege- und Kühleinrichtungen für Arbeitserleichterungen. Dennoch ist der Weg der Spezialisierung auf dem Kallen-Hof auch personalintensiv: Sie beschäftigen acht feste Kräfte; hinzu kommen je nach Saison und Arbeitsanfall zwischen 30 und 200 Saisonarbeiter. Entworfen hat die beiden Hallen der Stützelberger Architekt Jakob Justenhoven.

(NGZ)