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Dormagen: Muslime und Homosexuelle bei Schützen schon anerkannt

Dormagen : Muslime und Homosexuelle bei Schützen schon anerkannt

Das ein homosexuelles Mitglied einer Bruderschaft Schützenkönig werden darf, sorgt in Hackenbroich für kein besonderes Aufsehen.

"Ich freue mich über diesen Beschluss", sagt Jo Deußen, zweiter Brudermeister der St. Hubertusschützen. "Damit wird nachvollzogen und geregelt, was in vielen Bruderschaften durch pragmatische Entscheidungen schon möglich war. Also die gelebte Praxis: Bei uns sind seit Jahren drei Türken mit Freunde und Engagement dabei, vor Jahren hatten wir auch einen homosexuellen König."

Mit breiter Mehrheit hat am Wochenende die Bundesvertreterversammlung des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BDHS) in Leverkusen neue Orientierungsrichtlinien verabschiedet. Die Religion soll kein Hinderungsgrund mehr sein, Mitglied oder Schützenkönig einer Bruderschaft zu werden, sofern sich der Bewerber glaubhaft zu den Zielen und Werten der Bruderschaft bekennt. Auch homosexuelle Könige sind offiziell möglich. Manfred Klein, Brudermeister der St. Hubertus-Schützenbruderschaft Horrem (Dormagen), sieht sich in dem Beschluss des BDHS bestätigt: "Wir haben das in unserer Bruderschaft besprochen und bereits geklärt, wonach wir offen sind für Nicht-Christen und Homosexuelle, wenn Sie ein Amt oder die Königswürde anstreben. Wir haben allerdings bislang solche Anfragen noch nicht erhalten. Ich glaube nicht, dass ein Moslem auf die Idee kommt, Mitglied in einer Bruderschaft werden zu wollen. Der fragt dann eher bei einem Schützenverein nach. Jetzt haben wir auf alle Fälle die Grundlage durch den Bund bekommen, die die Aufnahme regelt. Das finden wir gut."

So sieht es auch Norbert Kruchen von den St. Sebastianern in Gohr: "Wir nehmen jeden auf, der bei uns mitmachen möchte - das ist gelebte Praxis." Jetzt wird gleichwohl die Satzung angepasst und dabei geht es auch darum, dass künftig Frauen offiziell mitmachen dürfen.

(schum)