Musikschule Dormagen zeigte das Familienmusical "Der kleine Hirte"

Musikschule Dormagen : „Der kleine Hirte“ der Musikschule

In der Kulturhalle präsentierte die Musikschule Dormagen ein Konzert für die ganze Familie unter Mitwirkung der Kinderchöre im Chorhaus Dormagen. Die kleinen Darsteller überzeugten das Publikum.

Das hat schon was, wenn auf der Bühne so viele Akteure stehen und ein ganzes, einem Musical ähnelndes Stück aufführen. Das Besondere an dem Abend der städtischen Musikschule Dormagen: Es waren zum Teil sehr junge Jahrgänge, die sich beim Familienkonzert „Der kleine Hirte“ auf den weihnachtlich-musikalischen Trip durch Europa machten und ihr Publikum mitnahmen. Rund eine Stunde lang begeisterten die Mädchen und Jungen ihre Zuhörer und Zuschauer in der Kulle an der Langemarkstraße: Ein rundum gelungener Abend, der Spaß machte und dem Musik-Nachwuchs eine Gelegenheit bot, sein Können zu zeigen.

Charlotte Rettig gebührt das größte Lob. Die Lehrerin der Dormagener Musikschule hat die Aufführung geplant und war als Dirigentin wesentlich an ihrer Leitung beteiligt. Ein Sprechstück war auszuwählen, Lesungen zu gestalten und Musikstücke für das Instrumentalensemble zu bestimmen. Das hat alles hervorragend geklappt.

Im Zentrum der Handlung des Familienkonzertes stand der kleine Hirte Nicolas (Florian Schejnoha), der begleitet wurde von der guten Hexe – gibt es das wirklich, eine gute Hexe? – Befana (Kirsten Scheibke), dem pfiffigen Jungen Olentzero (Moritz Bongartz-Rathke) und dem schwedischen Lichterkind Lucia (Sofie Wolf). Die verbindende Klammer lieferte eine Erzählerin (Helen McCloy).

Wie am Schnürchen klappen musste dabei bei der Aufführung gar nichts, und das war auch gut so. So gab es eine Menge spontaner Momente, in denen der Improvisation freier Raum gelassen wurde. An einer Stelle platzte Olentzero mit großem Gelächter sogar einmal heraus, und dabei wurde nicht recht deutlich, ob das nun zum Stück gehörte oder nicht. Der größte Beifall des Abends war ihm damit freilich auf der Stelle sicher.

Eine Menge zu fiedeln und zu blasen, am Klavier zu intonieren und Schlagzeug zu drummen hatten die Instrumentalisten der Musikschule. Eigens war in der Kulturhalle eine, das Weihnachtliche recht nachhaltig beschwörende, Harfe aufgefahren. Diesem großen Instrument entzupfte Raphael Bertges wundersame Klänge. Großen Eindruck auf die beglückten Besucher, zum Großteil Angehörige der musizierenden Schüler, machten die „Sing Kids“ der städtischen Musikschule. Sie sind ein „Gewächs“ von Charlotte Rettig.

Und herauszuheben neben allen anderen, die auch begeisterten, ist vor allem der Kinderchor im Chorhaus St. Michael Dormagen. Sie alle sangen fröhlich und lenkten mit ihren phantasievollen Kostümen alle Blicke auf sich. So schufen sie mühelos eine vorweihnachtliche Atmosphäre.

Ermüdende Längen gab es bei einer Aufführungsdauer von gerade einmal einer Stunde nicht. Stattdessen wartete das erwartungsvolle und begeisterungsfähige Publikum geduldig auf den jeweils nächsten Auftritt seiner Lieblinge und sang sogar die Lieder mit, wenn auch nicht mit der gewünschten Lautstärke.

Musikschulleiterin Eva Krause-Woletz freute sich über das Gelingen dieses Angebots „für die ganze Familie“. Das war Spaß pur, wobei auch das Besinnliche nicht zu kurz kam. Sogar das heimische Idiom wurde gesanglich bemüht: „Äppel, Nöß un Marzipan, sollen Jroß und Klein hück han.“