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Musikschule Dormagen: Was aus ehemaligen Schülern geworden ist

Städtische Musikschule : Ex-Musikschüler und ihre Karrieren

Nicht wenige der einstigen Schüler der Städtischen Musikschule haben die Musik zu ihrem Beruf gemacht und sind sogar auf internationalen Bühnen zu Hause. Die NGZ stellt in kurzen Porträts einige von ihnen vor.

Vor gut zwei Jahren hat der Rat der Stadt Dormagen den Fortbestand der Städtischen Musikschule beschlossen und damit ein wichtiges Signal für die Zukunft der Talentschmiede gesetzt. Nicht wenige der einstigen Schüler haben die Musik sehr erfolgreich zum Beruf gemacht. Die NGZ hat sich gemeinsam mit Dorothy Gemmeke, Klavierlehrerin im Ruhestand und im Förderverein der Musikschule aktiv, auf Spurensuche gemacht. Katharina Kegler „ist die einzige Schülerin, die ich je hatte, die eine Karriere als Konzertpianistin gemacht hat, eine wirklich große Begabung“, sagt Dorothy Gemmeke. Kegler lebt in Freiburg, wo sie seit Beginn der neunziger Jahre an der Hochschule für Musik lehrt. Konzertreisen führten sie in zahlreiche Länder Europas, den Mittleren Osten, nach China, Kanada, Japan und Brasilien. Seit 2012 leitet sie die von ihr begründete Konzertreihe Musikfest Ebringen.

Katharina Kegler aus Dormagen ist Konzertpianistin. Foto: Kegler

Einen ganz anderen Weg schlug Ulrich Linke ein. Der heute 50-Jährige entschied sich nach dem Abitur am BvA für eine Laufbahn als Lehrer, studierte Schulmusik und Germanistik an der Folkwang Hochschule in Essen. Seine musikalische Ausbildung an der Musikschule umfasste Klavier- und Oboenunterricht sowie Stunden in Musiktheorie. Aktuell widmet er sich dem Bereich der Genderforschung im Kontext von Musik und Homosexualität. Linke singt in der Dormagener Kantorei.

Inga Schäfer studierte unter anderem Gesang. Sie ist heute Mezzosopranistin. Foto: Timo Hilger

Beim Konzert des Jugendsinfonieorchesters in der Christuskirche stand Inga Schäfer plötzlich aus dem Publikum auf und bezauberte mit der Arie „Habanera“ aus George Bizets Oper Carmen. Solche Heimspiele wie im Juni 2017 sind äußerst selten, denn die Mezzosopranistin hat ihren Lebensmittelpunkt in Süddeutschland. Als festes Ensemblemitglied steht sie in der laufenden Spielzeit als „Muse“ in Hoffmanns Erzählungen und weiteren Rollen im Theater Freiburg auf der Bühne. Als „Musician’s Musician“ bezeichnet ihn die Fachwelt, einen Musiker, dessen künstlerische Qualität gerade die Kollegen schätzen. Markus Segschneider aus Straberg gehört zu den profiliertesten Gitarristen und Studiomusikern (Gitarre, Pedal Steel, Mandoline, Banjo) Deutschlands und kann so ziemlich jedes Genre bedienen. Tony Marshall und Nino de Angelo ließen sich von ihm begleiten, ebenso Heike Makatsch und Liedermacher Gregor Meyle. Sein nächstes Konzert hier in der Gegend spielt der Wahl-Kölner mit seiner Band „Markus Segschneider’s Playground“ am 31. August in Neuss.

Jens Böckamp ist zu seinen Wurzeln zurückgekehrt. Der preisgekrönte Saxofonist ist heute Lehrer an der städtischen Musikschule, kann auf eine über zehnjährige Unterrichtserfahrung als Dozent für Saxophon, Klarinette, Gehörbildung, Improvisation, Jazz-Harmonielehre, Combo-, Spiel- und Big Band-Leitung zurückblicken. Noch länger steht Böckamp auf der Bühne. Mit 17 schrieb er sich als Jungstudent an der Hochschule für Musik in Köln ein, gewann zwei Jahre später den Wettbewerb „Jugend jazzt“ und hat mittlerweile ein Masterstudium in Jazz Komposition/Arrangement beendet.