1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Musikschüler meistern Sprung zur Uni

Dormagen : Musikschüler meistern Sprung zur Uni

Desiree Schwitalla (19) und Gregor Loers (18) meisterten die Aufnahmeprüfungen an Musikhochschulen. Schwitalla studiert auf Lehramt an der Uni Wuppertal, Loers macht seinen C-Schein für Orgelspiel an der Musikhochschule Köln.

Auf diesen Tag hatte sie sich fast ein Jahr vorbereitet. Für die 19-jährige Dormagenerin Desiree Schwitalla ging es Ende Februar um die Aufnahme an der Universität Wuppertal. Um das Musik-Studium auf Lehramt antreten zu können, musste sie einen Tag lang in Wuppertal ihr Wissen in der Theorie, Gehörbildung und im Instrumentenspiel testen lassen. Am Ende stand das Ergebnis: bestanden.

"Dass ich etwas mit Musik machen würde, war für mich immer klar", sagt sie. Seit sie sieben Jahre alt ist, spielt sie Klavier. Schon immer war sie neugierig auf andere Instrumente. "Wenn ich gerade nicht singe, dann spiele ich ein Instrument", sagt sie. Dementsprechend fiel es ihr nicht schwer, sich intensiv auf die Aufnahmeprüfung an der Uni vorzubereiten. Fast ein Jahr lang konzentrierte sie sich auf diesen Tag Ende Februar. So viel Einsatz sei auch nötig, denn schließlich würde etwa die Hälfte der Bewerber den Test nicht bestehen.

Neben der ehemaligen Schülerin des Leibniz-Gymnasiums, die 2012 ihr Abitur machte, hat Gregor Loers den Sprung an die Uni geschafft. Für ihn kamen in den vergangenen zwei Monaten zwei große Prüfungen zusammen: Im Januar bestand er die Aufnahme für den C-Schein als Organist an der Musikhochschule für Tanz und Musik Köln, im Mai folgte das Abitur am Wirtschafts-Gymnasium in Neuss. Trotz der Doppelbelastung — das Abitur machte er im G8-System — sei die Vorbereitung machbar gewesen, sagt der 18-Jährige. Geht alles gut, dann hat Loers in zwei Jahren den C-Schein. Der Abschluss soll dazu beitragen, dass er in seiner Arbeit als Organist professioneller wird und eventuell eine Anstellung bekommt.

Das Orgelspiel ist für Loers vor allem ein Hobby. Er beginnt eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Was nicht heißt, dass er wenig üben und lernen würde: So ist er samstags fünf Stunden für das Studium in Köln. Wenn er dann wieder in Dormagen ist, kann es sein, dass im Anschluss direkt eine Abendmesse ansteht. Auch sonntags spielt er oft Orgel. Sein Lieblingsexemplar steht in St. Martinus in Zons. Der Reiz am Orgelspiel liegt für ihn unter anderem an der Koordination der verschiedenen Ebenen. Auch der Einsatzbereich sei vielseitig. "Das geht von der leisen Begleitung bis zum feierlichen Einzug", sagt Loers, der seit rund drei Jahren Orgel spielt und zwölf Jahre Erfahrung als Klavierspieler vorweisen kann. Sein Traum ist, einmal auf der größten Domorgel der Welt im Passauer Stephansdom zu spielen. Desiree Schwitalla und Gregor Loers sind sich einig, dass ihre Lehrer ihnen sehr geholfen haben, ihre Prüfungen zu bestehen. Während Loers von Kantor Horst Herbertz vorbereitet wurde, halfen Schwitalla Klavierlehrerin Charlotte Rettig und Gesangslehrerin Ruth Volpert. Um die Prüfungssituation zu simulieren, wurde für sie sogar ein kleines Konzert organisiert. Als Publikum wurden Freunde und andere Schüler eingeladen, vor denen die 19-Jährige spielen sollte. Was sie nicht wusste: Sie wurden vorher angewiesen, während der Vorführung zu tuscheln — so, wie es auch die Prüfer beim Aufnahmetest machen. "Ich war erst überrascht und habe normal weitergemacht. Bei der späteren Prüfung hat mich das dann nicht mehr irritiert", sagt sie.

(NGZ/ac)