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Dormagen: Musikgeschichte lebt im Museum

Dormagen : Musikgeschichte lebt im Museum

Das Phono- und Radiomuseum zeigt seit über drei Jahren Historisches aus der Musikwelt. Das Tonstudio von Chris Howland erinnert an "Mr. Pumpernickel".

Eröffnet wurde das Dormagener Phono- und Radiomuseum am 20. Juni 2010 im Gebäude der ehemaligen Baptistenkirche an der Bahnhofstraße 2–4. Seither bietet es Musik-Fans Geschichtliches aus mehreren Jahrzehnten und natürlich Musik, die bei zahlreichen Veranstaltungen dargebracht wird. Im Sommer 2012 kam dann das Original-Tonstudio von Chris Howland als Schenkung dazu. Nun erinnert es an den 2013 verstorbenen "Mr. Pumpernickel". "Ihn wollen wir mit einer Veranstaltung ehren, auf der seine Musik und seine Texte eine große Rolle spielen", sagt Volkmar Hess, einer der beiden Betreiber des Musikmuseums. Des beliebten Entertainers wird am 19. Januar ab 15 Uhr gedacht.

Als Dauerausstellung im 150 Quadratmeter großen Hauptraum wird mehrfach im Jahr eine neue Sammlungspräsentation vorbereitet: Die etwa 4000 Objekte umfassende Sammlung von Helmut Dietsch, der seit 1994 Rundfunk-, Tonband-, Kassetten- und Phonogeräte von 1923 bis heute zusammengetragen hat, und die Sammlung von Volkmar Hess, die aus Phonografen und Grammofonen besteht, sind zu umfangreich, um sie komplett in den Räume zu zeigen. "Meine Sammelleidenschaft der antiken Musik begann mit den ersten Schellackschätzchen, die mir meine Tante schenkte", sagt Hess, der 400 Geräte von 1898 bis 1960 und gut 30 000 Tonträger besitzt. "Man kann eine alte Caruso-Aufnahme auf CD erwerben, es ist jedoch ein größeres Vergnügen, die Originalplatten auf zeitgemäßen Grammofonen abzuspielen", so Hess.

Im gemütlichen Foyer bietet das Phono- und Radiomuseum regelmäßig Vorträge oder Vorführungen rund um die Musik vergangener Jahre, meist mit Schwerpunkt auf die 50-er bis 70-er Jahre. Geöffnet ist es sonntags von 14 bis 18 Uhr, wobei die Veranstaltungen meist um 15 Uhr starten, so auch am Sonntag, 5. Januar, wenn Michael Stamm amerikanische Evergreens aus den 50-er und 60-er Jahren singt.

Zu sehen und hören sind im Museum Höhepunkte der Abspielgeschichte, die 1895 mit den Walzenspielern von Edison begonnen hat. Trichtergrammofone von Emil Berliner prägten die Zeit bis zum Ersten Weltkrieg. Gezeigt werden auch Schrank-, Tisch- und Koffermodelle bis 1930. Die Entstehungsgeschichte des Radios dokumentieren Geräte zwischen 1920 und 1929, danach dreht sich alles um magnetische Tonspeicherung und die Entwicklung der Tonbandgeräte zwischen den 40-er und den 90-er Jahren.

(cw-)