Musical "Kiss me Kate" auf Freilichtbühne Zons

Freilichtbühne Zons: Flotte Inszenierung und üppige Ausstattung bei „Kiss me Kate“

Das traumhafte Wetter zum Wochenende hatte gleich zweimal auf der Freilichtbühne in Zons für „nahezu ausverkauft“ gesorgt. Seit vielen Jahren gastiert die „Neue Operette Düsseldorf“ im Sommer in Zons, in diesem Jahr mit einem der Highlights des Musical-Genres: „Kiss me Kate!

“ In der Komödie mit der Musik von Cole Porter geht es um die Liebe und ihr Gegenteil. Die alles andere als zärtliche Botschaft: „Jede Frau braucht eine harte Hand.“ Die Geschichte des „Stückes im Stück“ ist schnell erzählt: Eine dilettantische Tourneetruppe bereitet sich auf die Premiere von Shakespeares „Der widerspenstigen Zähmung“ vor. Theaterboss Fred Graham und seine Ex-Frau Lilli Vanessi spielen die Hauptrollen, sie aber empfindet ihn nur noch als „Mistkerl!“ Mit dem walzerseligen „Wunderbar“ spürt der Zuhörer: Da muss doch noch Liebe sein! Und trotz zweier Ganoven, die hinter dem leidenschaftlichen Spieler Graham mit Kanone unterm Nadelstreif her sind, gibt es tatsächlich zum Schluss das Happy End: „Schlag nach bei Shakespeare“. Die Geschichte wird allerdings mit etlichen Längen erzählt, die deutsche Übersetzung des Berliner Kabarettisten Günter Neumann (von 1950) hätte man gerne um mindestens ein Viertelstündchen kürzen können.

Die „Neue Operette“ aber sucht mit flotter Inszenierung und üppiger Ausstattung (Polonca Olszak und Iván Keim) sowie einer rasanten Choreographie (Iván Keim), die sogar begeisternde Akrobatik von den Protagonisten fordert, über die Längen hinweg zu kommen. Vor allem das Ballett der sechs jungen Damen ist vorzüglich vorbereitet, der Chor (Einstudierung: Ralph Maisel) singt auch ohne Mikros fundamental vernehmlich. Besonderes Lob aber hat sich das kleine Salonorchester verdient, das in allen Stimmen Cole Porters Swing prächtig rüberbringt. Nur einmal verpasst der Trompeter sein Solo, aber die charmante Leitung von Bernd Peter Fugelsang glich dies elegant aus.

  • Dormagen : Programm auf der Freilichtbühne

Achim Hoffmann, potenter Bariton, spielt beide Hauptrollen beim „Theater im Theater“. Er begann seine musikalische Ausbildung einst bei den Regensburger Domspatzen und ist für die „Neue Operette Düsseldorf“ ein großartiger Gewinn. Seinen Gegenpart, die furiose Lilli Vanessi, spielt Polonca Olszak, sängerisch und schauspielerisch vollkommen auf der Höhe. Aber auch alle Nebenrollen sind gesanglich attraktiv besetzt, so werden bekannte Songs wie „So verliebt“ und „Nur kein Mann“ zu Ohrwürmern. Einer der Höhepunkte war das begeisternde Feuerwerk „Es ist viel zu heiß!“, vom gesamten Ensemble bei prächtiger Illumination (Beleuchtung: Aaron Kröger) temperamentvoll und schmissig präsentiert.

(Nima)