Dormagen: Mundartarchiv erhält renommierten Sprachpreis

Dormagen: Mundartarchiv erhält renommierten Sprachpreis

Achim Thyssen ist die Freude deutlich anzumerken. "Ich habe die Nachricht von der Auszeichnung mit unglaublichem Stolz aufgenommen", erzählt der Leiter des Mundartarchivs Ludwig Soumagne in Zons. Der kleinen, aber feinen Einrichtung ist der renommierte Initiativpreis Deutsche Sprache zugesprochen worden, der mit 5000 Euro dotiert ist. Vergeben wird er vom Kulturpreis Deutsche Sprache und steht dort in einer Reihe mit dem Institutionen-Preis und dem Jacob-Grimme-Preis Deutsche Sprache. Zur Einordnung: Den Grimme-Preis erhält in diesem Jahr die bekannte Schauspielerin und Theaterregisseurin Katharina Thalbach.

Die Jury würdigt nach eigener Aussage mit der Auszeichnung des Zonser Mundartarchivs die Bedeutung der Dialekte für die deutsche Sprache. "Wir als Zwei-Mann-Betrieb einer kommunalen Einrichtung bei der Preisvergabe im illustren Kreis von internationalen Universitätsinstituten und namhaften Persönlichkeiten, das ist schon großartig. Schließlich stehen wir sonst im Grunde eher am Rand", urteilt Thyssen, der bei seiner Arbeit von Hans-Peter Beyenburg unterstützt wird. Die Auszeichnung betrachtet Thyssen auch deshalb als höchste Anerkennung, "weil wir da in keiner Weise dran gedreht haben. Ich weiß bis jetzt nicht einmal, wer uns vorgeschlagen hat".

Die Verleihung findet am 8. Oktober in Kassel statt. Eine Idee zur Verwendung der 5000 Euro hat Thyssen schon. Er kann sich vorstellen, damit die Digitalisierung alter WDR-Hörspiele zu finanzieren. Die Rundfunkanstalt muss dem allerdings zunächst zustimmen.

(NGZ)