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Dormagen: Müllgebühren bleiben stabil

Dormagen : Müllgebühren bleiben stabil

Gerade erst hat der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen Dormagen für die im landesweiten Vergleich niedrigen Abfallgebühren gelobt. Jetzt legt die Stadt nach: Die Müllgebühr wird 2013 nicht erhöht.

In kaum einer anderen Stadt in Nordrhein-Westfalen kann man sich so günstig seines Mülls entledigen wie in Dormagen. Der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen hat in einer Erhebung festgestellt, dass die Abfallentsorgung in der Stadt ausgesprochen günstig ist. Dormagen liegt unter 396 Städten und Gemeinden auf Rang neun.

"Das freut uns natürlich sehr", sagt Stadt-Pressesprecher Harald Schlimgen. Und die Leiterin des Steueramtes, Regine Herbertz, schiebt eine positive Nachricht gleich hinterher: "Wir werden die Abfallgebühr für 2013 voraussichtlich nicht erhöhen müssen." Sie liegt derzeit bei 177,38 Euro im Jahr. Grundlage ist die Berechnung für einen Vier-Personen-Haushalt mit einer 120 Liter-Tonne bei einer zweiwöchentlichen Leerung.

Das Besondere: die 120 Liter Tonne für Bioabfall ist gleich mit dabei. Dormagen ist damit hinter Meerbusch (152 Euro) auch die preiswerteste Kommune im Rhein-Kreis Neuss. In Kaarst müssen auch nur 177,73 Euro gezahlt werden. Zum Vergleich: Für die gleiche Leistung muss der Rheinberger im Kreis Wesel 420 Euro berappen, der Bochumer 451 Euro. Landesweit liegt der Durchschnitt bei 265,52 Euro.

Warum zahlt der Dormagener weniger? Der wesentliche Grund liegt im Vergabeverfahren. 2008 schrieb die Stadt die Leistung erstmals europaweit aus. "Gemeldet haben sich natürlich nur Unternehmen, die auch eine Niederlassung in Dormagen haben", sagt Regine Herbertz. Mussten die Dormagener in den Jahren 2006/07 noch 200,28 Euro zahlen, so konnte aufgrund einer besseren Vertragsgestaltung (Laufzeit acht Jahre) die Gebühr auf 186,36 Euro gesenkt werden.

Weiter runter ging es zu Beginn dieses Jahres: Da beschloss die Politik auf Vorschlag der Verwaltung eine weitere Reduzierung auf 177,38 Euro. Stadtsprecher Harald Schlimgen verweist aber auch auf die gemeinsamen Anstrengungen von Politik und Verwaltung, die im Rahmen einer Kommission das Thema Abfallentsorgung auf den Prüfstand stellte und zu einem kleinen "Gesamtkunstwerk" führte. Der Abfuhr-Rhythmus wurde ebenso beachtet wie der Personaleinsatz und das Hinzurechnen von Leistungen wie Biotonne, Elektroschrott oder Sperrmüll.

Fairness auch beim so genannten Mindestrestmüllvolumen: Es gibt NRW-Städte, die eine bestimmte Menge Müll pro Person annehmen und festlegen (zwischen 3,75 und 40 Liter) und eine entsprechend große Mülltonne abrechnen. In Dormagen sind es 24 Liter, "die können bei Nutzung einer Biotonne auf 15 Liter reduziert werden", so Herbertz.

(NGZ/ac)