Moschee in Dormagen wird später fertig

Dormagen : Fertigstellung der Moschee dauert länger

Nach Problemen bei Putzarbeiten wird jetzt die Kuppel mit kunstvollen arabischen Schriftzeichen verziert. Im nächsten Jahr soll die Eröffnung gefeiert werden. Ob auch eine Tiefgarage gebaut wird, ist noch offen.

Al-Dschalil, Al-Karim, Al-Adsiem - in geschwungenen Linien malt der Künstler diese Namen in goldener Schrift auf die Innenseite der Kuppel der Moschee. Es sind drei der 99 Namen von Allah, der auch auf diese Weise verehrt wird, als der „Majestätische“, der „Großzügige“, der „Erhabene“, die die Übersetzung der arabischen Schrift lautet. Diese Arbeiten in dem Gebäude im Gewerbegebiet Roseller Straße sind aktuell der lebendigste Ausdruck für das weitere Entstehen der neuen Moschee des Türkisch-Islamischen Kulturvereins. Dass der ursprüngliche Plan aus dem Vorjahr, schon jetzt unter Kuppel und mächtigem Kronleuchter beten zu können, nicht umgesetzt werden konnte, stört Dursun Pekdemir, Vorsitzender des Vereins, nicht besonders. Er hofft jetzt auf die Fertigstellung des 3,5 bis vier Millionen Euro teuren Projektes. „Vielleicht“, ergänzt er mit einem Lächeln.

Geduld ist nötig bei diesem Langzeit-Bauvorhaben: Vor zehn Jahren wurde die Baugenehmigung erteilt. Seitdem geht es in langsamen Schritten voran. Eile ist nicht gefragt, dafür entsteht eine Moschee, die ohne Bankkredite gebaut wird. Ein Haus, das nicht nur Heimat der Dormagener Muslime sein will: „Wenn nur Muslime in die neue Moschee kommen, dann war das Projekt sinnlos“, sagt Pekdemir. Er will ein interkulturelles Haus der Freundschaft.

Vereinsvorsitzender Dursun Pekdemir informiert sich unter der Kuppel vom Fortgang der Arbeiten . Foto: Tinter, Anja (ati)

Bis das sich überhaupt entwickeln kann, ist noch einiges zu tun. Der aus Frankreich angereiste Künstler muss noch einige Stunden auf dem imposanten Gerüst verbringen, ehe die kalligraphischen Arbeiten beendet sind. Geplant ist März. „Dann kann als nächstes der Teppich verlegt werden.“ Der ist nach Angaben von Pekdemir bereits fertig und wartet in der Türkei auf den Transport nach Dormagen. Eine spannende Frage, die die rund 500 Mitglieder des Moscheevereins noch beantworten müssen, ist, ob es überhaupt den klassischen, riesigen Kronleuchter geben wird. Der Vorsitzende nennt ein Argument, dass für eine andere Lösung spricht: „Der Kronleuchter würde von unten den Blick auf die Kalligraphie versperren.“ Also LED-Leuchten? Vielleicht. Offen ist bislang auch, ob noch eine Tiefgarage gebaut wird. Sie wäre ideal, um das Parkproblem auf dem Grundstück zu lösen, ist aber teuer. Der Verein würde gerne nach Abriss der Bestandsgebäude dort einen Park, Spielplatz und Begegnungsräume schaffen.

Warum es in den vergangenen Monaten Verzögerungen gegeben hat, erklärt Pekdemir so: „Wir hatten Probleme mit dem Innenputz, der war nicht stabil genug und musste komplett erneuert werden.“ Nicht immer sind Arbeiter kontinuierlich mit ihrem Gewerk beschäftigt, manchmal entstehen Pausen. Weil vieles auf Spendenbasis läuft, sind daher Akzeptanz und Geduld gefragt. Immerhin: Der Aufzug ist fertig, die Putzarbeiten, der Estrich. Die Marmorstufen liegen schon. In der ersten Etage sind einige Schulungsräume bereits gestrichen. In zartem grün. „Eine Firma hat uns 50 Eimer gespendet.“ Einfluss auf die Farbwahl gab es keine.

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