Mordprozess in Friesland beginnt im Juni: Dormagener weiter unter Verdacht

Dormagener weiter unter Verdacht : Mordprozess beginnt im Juni

Dormagener ist weiterhin ein Verdächtiger im Mordfall in Friesland.

Der Fall des im niederländischen Friesland ermordeten Mannes, bei dem auch ein Geschäftsmann aus Dormagen eine Rolle spielen soll, kommt am 12. Juni vor Gericht.  Es könnte eine sehr schwierige Verhandlung werden, da die Anklage offenbar nicht auf festen Füßen steht. Die Justiz glaubt, die Witwe (34) habe Hilfe bei der Ermordung von Tjeerd V. erhalten. Aber von wem? Dabei schien der Staatsanwalt zweimal ein wichtiges fehlendes Puzzleteil gefunden zu haben.

Der Dormagener wurde verdächtigt, im Juli 2017 einen 37 Jahre alten Mann brutal erschlagen zu haben. Der 34-Jährige sollte dies in einer geplanten Gemeinschaftsaktion mit seiner Ex-Freundin getan haben, die mit dem Opfer verheiratet gewesen ist. Der Niederländer war nach dem Besuch eines Musikfestivals auf einer in der Nähe befindlichen Wiese tot aufgefunden worden. Im Dezember 2017 wurde die Ehefrau festgenommen. In ihrem Auto waren die gleichen blauen Farbpartikel gefunden worden wie am Kopf des Opfers. Die 34-Jährige  bestreitet die Tat. Als Motiv wird eine Lebensversicherung in Höhe von 600.000 Euro angenommen. Zudem ließ der Staatsanwalt im vergangenen August die 55-jährige Mutter der deutschen Witwe verhaften. Aber beide wurden nicht einmal vor den Untersuchungsrichter gebracht, weil es nicht genug ernsthafte Beweise gegen sie gab. Mutter und der Dormagener bleiben allerdings weiter (formell) Verdächtige in diesem Mordfall.

Der Rechtsanwalt der Beschuldigten hatte bei der letzten Anhörung versucht, die neun Punkte zu entkräften, die gegen seine Mandantin sprechen. Unter anderem geht es um die DNA der Witwe in der Unterhose des Opfers. Klar sei es nicht, dass es Sex am Tatort gegeben habe: „Meine Mandantin hat immer gesagt, dass sie an diesem Tag Sex hatten. Es ist unmöglich festzustellen, wie alt die DNA-Spuren sind.“ Dass ihre Telefone in dieser Nacht nahe beieinander waren, sei „bizarr, aber auch logisch“, argumentierte der Anwalt, da sie zugestimmt hatten, dass seine Frau ihn an diesem Ort abholen würde. Von den blauen Farbpartikeln, die im Auto des Verdächtigen und in der Wunde im Schädel von V. gefunden wurden, konnten Experten nicht mit Sicherheit feststellen, dass es sich um dasselbe Objekt handelte.

Das Gericht entschied jedoch, dass für die schwerwiegenden Einwände gegen die Witwe immer noch eine „ausreichende Grundlage“ besteht und sie daher im Gefängnis bleiben muss.

Mehr von RP ONLINE