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Dormagen: Mordprozess: Ehefrau will sich scheiden lassen

Dormagen : Mordprozess: Ehefrau will sich scheiden lassen

Am Mittwoch hat am Düsseldorfer Landgericht der Prozess um den Mord in Delrath begonnen. Der angeklagte Geschäftsmann aus Köln hatte gestanden, einen völlig unbeteiligten Bekannten seiner Ehefrau erschossen zu haben. Wie jetzt bekannt wurde, hat die 22-Jährige die Scheidung eingereicht.

"Ich empfinde nach wie vor eine tiefe Zuneigung für sie, die ich als Liebe bezeichnen würde", hatte der Angeklagte zu Prozessbeginn erklärt. Die "Liebe" wird von seiner "Noch-Ehefrau" offenbar nicht mehr erwidert. "Die Scheidung läuft, sie hat keinen Kontakt mehr zu ihm", bestätigte Staatsanwältin Britta Schreiber der NGZ. Die 22-Jährige hatte zu Prozessbeginn als Zeugin geschildert, wie sie das Geschehen in ihrer Wohnung erlebt hatte. "Michael und ich saßen auf der Couch", berichtete Jennifer A., "er war eine Art bester Freund für mich. Wir wollten über meine Probleme mit meinem Mann reden." Bevor es zu einem Spaziergang gekommen sei, hätte es plötzlich an der Tür geklingelt. "Er stand vor der Tür, wollte rein. Ich hab' nicht aufgemacht." Daraufhin habe der 44-jährige Angeklagte die Tür eingetreten und verlangt, dass sie mit ihm rede. "Ich wollte jedoch nicht. Daraufhin hat er Michael die Pistole an den Kopf gehalten und gesagt: ,Dann muss er sterben'." Tatsächlich habe der Angeklagte im nächsten Moment abgedrückt.

Nach seiner Festnahme habe die 22-Jährige keinen Kontakt mehr zu ihrem Ehemann gehabt, den sie bereits als Jugendliche kennengelernt hatte. Erst nach Jahren habe man geheiratet. Sie habe sich um den Haushalt gekümmert. Neben ihr sollen noch weitere Zeugen aus dem Umfeld des Angeklagten vernommen werden. Sechs Verhandlungstage sind vorgesehen. Das Urteil soll Ende Juni verkündet werden. Der Prozess wird am 31. Mai fortgesetzt.

(NGZ)