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Dormagen: Mittelalterliche Lebensfreude

Dormagen : Mittelalterliche Lebensfreude

Tausende Besucher strömten am Wochenende nach Zons. Auf dem Matthäusmarkt boten 150 Handwerker ihre Waren an. Musiker, Gaukler und Ritter sorgten für Mittelalter-Atmosphäre. Die Veranstalter waren sehr zufrieden.

Ritter, Gaukler, Musiker und alte Handwerkskunst — Zons zeigte sich am Wochenende bei der 32. Auflage des Matthäusmarktes wieder von seiner mittelalterlichen Seite. Jürgen Waldeck, Vorsitzender des veranstaltenden Heimat- und Verkehrsvereins Zons, zog gestern Abend ein positives Fazit: "Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz der Besucher und der schönen Atmosphäre." Tausende Gäste schlenderten durch die Altstadt, um das Angebot der 150 Stände zu begutachten, das von Filzblumen über Körbe bis zu Schmuck reichte.

Wo gibt es das schon, dass Ritter Lanzelot ganz nah an einem vorbei reitet? Der dreijährige John erzählt begeistert: "Lanzelot hat mir zugewunken, da habe ich zurückgewunken", erklärt der junge Wevelinghovener, der mit seiner Familie den Matthäusmarkt in Zons besucht. Am Stand mit Schwertern, Bogen und anderem Ritterzubehör probiert John einen Holzhelm aus. "Er verwandelt sich selbst gern in einen Ritter wie fast alle Jungs", erklärt seine Mutter Melanie Beede.

Auf den Rheinwiesen hatten die erwachsenen Bergischen Lehnsritter ihr Lager für rund 150 Teilnehmer aufgeschlagen, bei drei Turnieren zeigten sie ihr Können. Dabei fiel am Samstag ein Ritter vom Pferd. "Zum Glück hat er nur eine leichte Gehirnerschütterung davongetragen", sagte Marc Schulz, Vizevorsitzender des Vereins. "Wir bieten eben echten sportlichen Wettkampf und kein abgesprochenes Schauspiel." Seit mehr als 20 Jahren bereichern die Ritter den Matthäusmarkt, der von Vize-Bürgermeister Hans Sturm in mittelalterlichem Gewand auf der Freilichtbühne eröffnet worden war.

Auch Gaukler und Musiker wie das Bundes-Fanfarenkorps Korschenbroich und die Gruppe "Duivelspack" sorgten für mittelalterliche Lebensfreude, sie wanderten in der Altstadt herum, sprachen die Besucher an. "So stellen wir uns ihre Aufgabe vor: Auflockern, auf die Leute zugehen und sie mit Späßen und Musik erfreuen", lobte Jürgen Waldeck die Straßenkünstler.

Unter den vielen Handwerkern, die ihre Kunst und Waren vorführten, waren auch heimische Kräfte vertreten, so die Bauernkäserei Heuser aus Stürzelberg. Wie Christina Engels-Decker erklärte, war die Resonanz beim Matthäusmarkt erneut sehr gut: "Wir hatten sehr viel zu tun, auch aus Wuppertal und Dortmund kamen Kunden zu unserem Stand." Seit 25 Jahren nimmt der Familienbetrieb am Markt teil.

Zum ersten Mal war Catherine Shepherd mit ihrem Mann Felix beim Matthäusmarkt vertreten. Die Autorin aus Zons stellte — stilecht im mittelalterlichen Kleid — ihren Thriller "Der Puzzlemörder von Zons" vor: "Es macht Spaß, hier mitzumachen."

(NGZ)