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Dormagen: Mitarbeiter-Ideen helfen Chemparks beim Sparen

Dormagen : Mitarbeiter-Ideen helfen Chemparks beim Sparen

An drei Standorten muss Betreiber Currenta insgesamt 2,2 Millionen Euro weniger ausgeben. Aus Dormagen kamen 805 Vorschläge.

Es ist eine beeindruckende Zahl: Fast jeder zweite Beschäftigte an den drei Chempark-Standorten in Leverkusen, Uerdingen und Dormagen hat sich im vergangenen Jahr an der internen Ideenbörse beteiligt und Verbesserungsvorschläge eingereicht. Mit einer enormen Wirkung: Nach Angaben des Currenta-Geschäftsführers und -Arbeitsdirektors Alexander Wagner konnte der Chempark-Betreiber im vergangenen Jahr 2,2 Millionen Euro einsparen. Im Gegenzug schüttete das Unternehmen rund 900.000 Euro an Prämien für die Mitarbeiter aus. An Dormagener Mitarbeiter wurden 273.843 Euro ausgezahlt. 3224 Verbesserungsvorschläge reichten die Tüftler ein, 805 kamen aus dem Dormagener Chempark. Ersparnis: 372.405 Euro.

Die höchste Einzelprämie vor Ort beträgt 13.652 Euro. Der Mitarbeiter bzw. das Team will nicht öffentlich genannt werden. Die höchste Prämie insgesamt ging mit rund 64.000 Euro an einen Mitarbeiter aus Leverkusen. "Es sind jedoch nicht nur die ,großen' Ideen, von denen ein Unternehmen profitiert", sagt Wagner. "Gerade auch die vielen kleinen realisierten Vorschläge mit einem wirtschaftlichen Nutzen bis 5000 Euro tragen zu Fortschritt und Effizienz bei." Sie machten mit fast 99 Prozent der gesamten umgesetzten Ideen den größten Anteil aus.

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Eine hohe Kreativität entwickelt im Chempark Dormagen seit Jahren Betriebsmeister Achim Brandes. Im vergangenen Jahr hat er sich mit seinen Kollegen Frank Zander und Josef Köhler mit dem Thema Kläranlage befasst. "Uns ärgerte seit Jahren die enorme Schaumbildung im Nitrifikationsbecken", sagten sie. Ähnlich wie ein Topf kochende Milch auf dem Herd drohte dort das Klärbeckenecken regelmäßig in die Auffangtasse überzulaufen. Zur Bekämpfung der übermäßigen Schaumbildung setzten die Mitarbeiter Antischaummittel ein, welches sehr teuer ist. "In 2014 hatten wir einen Verbrauch von 54 Tonnen. Da war klar, dass wir eine andere Lösung finden müssen", sagt Betriebsassistent Brandes. Die Lösung: Der Wasserstand im Becken sollte soweit abgesenkt werden, dass das Becken nicht mehr überlaufen und der übermäßige Schaum automatisch abfließen kann. Seitdem kann auf den Einsatz von Antischaummittel verzichtet werden und rund 240.000 Euro pro Jahr gespart werden. "Das war gute Teamarbeit", sagt Brandes. "Jeder für sich hätte das nicht ohne Weiteres umsetzen können." Brandes ist ein Dauertüftler und brachte auch in den vergangenen Jahren immer wieder im Bereich der Kläranlage wegweisende Ideen ein.

1807 Ideen konnten nach Chempark-Angaben im vergangenen Jahr umgesetzt werden. Damit ist die Realisierungsquote leicht gestiegen und liegt aktuell bei 53 Prozent gegenüber 51 Prozent im Vorjahr. Etwa die Hälfte dieser realisierten Ideen verbesserte die Arbeitssicherheit und/oder den Gesundheitsschutz. Neben diesen beiden sind Umweltschutz und die Energieeffizienz zwei weitere Kategorien: 117 realisierte Ideen zielen auf den Umweltschutz und 75 Vorschläge verbessern die Energieeffizienz.

(schum)