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Dormagen: Mit Tempo 163 über die Brücke

Dormagen : Mit Tempo 163 über die Brücke

Seit dem Bau vor Ostern wird vor der Behelfsbrücke auf der A 57 in Fahrtrichtung Köln regelmäßig geblitzt. Die Polizei ist an dieser "Baustelle", wie sie es nennt, regelmäßig mit Tempomessungen im Einsatz.

Vielleicht ist es der Rekordhalter. Auf jedem Fall unter denen, die erwischt wurden: Mit Tempo 163 fuhr im Juli ein Autofahrer auf die A57-Brücke. Die Brücke, die in Folge der Brandstiftung in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar abgerissen wurde.

Heute steht dort eine Behelfsbrücke. "Gewissermaßen eine Baustelle", sagt André Hartwich, Polizeisprecher in Düsseldorf. "Daher blitzen wir dort auch regelmäßig."

Mit Erfolg: Allein im Juli wurden dort 569 Autofahrer geblitzt, die sich nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 60 Stundenkilometer hielten und mindestens 20 km/h zu schnell waren.

Autofahrer, die täglich aus Richtung Neuss gen Köln fahren, dürften eher selten zu den Temposündern gehören. Zum einen wissen sie um diese problematische Engstelle in Höhe von Dormagen.

Zum anderen sehen sie auch die Blitzgeräte, die im Bereich der Raststätte Nievenheim am Ende des Grünstreifens aufgebaut werden. Dort herrscht Tempo 60, werden die Autofahrer zuvor aufgefordert, ihre Fahrgeschwindigkeit auf 100 und auf 80 Stundenkilometer zu reduzieren.

"Das ist der Beruhigungsbereich", sagt Hartwich. "Wir können nicht erst kurz vor der Brücke Tempo 60 fordern, das wäre zu spät und zu gefährlich." Die Strategie der Polizei: Es gibt keine durchgängige Blitzaktion.

Das heißt, die Messgeräte werden an einem Tag für ein paar Stunden aufgebaut, dann kann es durchaus zwei, drei Wochen dauern, ehe erneut geblitzt wird. Hartwich: "Der Autofahrer merkt daran, dass wir an diesem neuralgischen Punkt am Ball bleiben."

Das findet Unterstützung des ADAC. Dessen Verkehrsexperte Roman Sudhold findet die Blitzaktionen "nachvollziehbar". Gerade im Baustellenbereich passierten die meisten Unfälle.

Wie im vergangenen Monat. Am 3. Juli, dem landesweiten Blitzmarathon, war die Raststätte sogar zwei Mal am Tag Blitz-Station. 304 Anzeigen schrieb die Polizei an diesem Tag, dazu gab es 79 Verwarnungen für diejenigen, die noch unter Tempo 80 waren.

Aber acht Autofahrer hatten das Limit um über 61 Stundenkilometer überschritten. Sie erhalten vier Punkte in der Flensburger Sünderkartei, dazu mindestens 440 Euro Geldstrafe und mindestens zwei Monate Fahrverbot.

Noch härter wird der "Rekordfahrer" bestraft: Für sein Tempo 163 muss er den Führerschein für drei Monate abgeben, erhält vier Punkte und muss 600 Euro zahlen.

Bei den mit der Zeit üppigen Einnahmen aus Anzeigen und Verwarngelder kassiert übrigens der Landrat: Alle Gelder fließen in die Kasse des Rhein-Kreises Neuss.

Hier geht es zur Bilderstrecke: A57 wieder frei: Der Verkehr rollt

(NGZ/rl/jco/top)