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Mit Spezialfalle kämpft Dormagen gegen Eichenprozessionsspinner

Eichenprozessionsspinner in Dormagen : Mit Spezialfalle gegen Raupen

Große Sorgen bereitet den Experten bei den Technischen Betrieben Dormagen die erneute Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners, der in Dormagen sehr aktiv ist. Er befällt Eichen in verschiedenen Ortsteilen.

Seit Wochen bekämpfen die Mitarbeiter der Technischen Betriebe fast täglich neue Nester auf Eichen, die auf städtischen Flächen stehen. Besonders betroffen sind Hackenbroich, Straberg, Zons und St. Peter, aber auch andere Stadtteile. Die Nester des Eichenprozessionsspinners werden von einer Spezialfirma abgesaugt, die im Ganzkörpervollschutz und mit Atemmaske auf Hubsteigern im Einsatz ist.

Die Stadt hat sich daher entschlossen, eine neue Art der Bekämpfung zu testen: die Eichenprozessionsspinner-Falle. Die besteht aus einem Ring mit einer Manschette, der um die befallenen Bäume gehängt wird. An dem Ring hängt ein schwarzer Beutel mit einem Lockstoff. Die Raupen werden von dem Geruch angezogen, fallen durch ein Loch in den Beutel und verenden in der Falle. Zudem werden die gefährlichen Brennhaare der Raupe laut des Erfinders durch die Sonneneinstrahlung unschädlich gemacht. Der Beutel kann sich auf bis zu 70 Grad erhitzen, die Eiweißverbindungen zersetzen sich laut den Angaben des Herstellers bereits ab 55 Grad und es geht keine Gefahr mehr von der Raupe aus.

„Wir haben die Fallen nun testweise an ausgewählten Stellen wie an den Eichen im Eingangsbereich des Friedhofs Zons und rund um das Schulzentrum Hackenbroich angebracht“, erläutert Jens Wolf von den Technischen Betrieben Dormagen (TBD). „Laut Hersteller sollen die Fallen zwei bis drei Jahre an den Bäumen hängen bleiben können.“ Der Hinweis auf diese Fallen kam vom Rheinland-Klinikum Hackenbroich, das bereits seit Wochen so die Eichenprozessionsspinner bekämpft. Offenbar mit Erfolg.

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Schmetterling, dessen Raupen sich in Nestern an Baumstämmen, vorzugsweise Eichen, ansiedeln. Die feinen Brennhaare der Raupe stellen eine akute Gesundheitsgefahr für Mensch und Tier dar. Die Brennhaare der Raupe brechen sehr leicht und können bei entsprechender Witterung über weite Strecken verweht werden. Auch alte, bereits verlassene Nester stellen eine anhaltende Gefahrenquelle dar. Wer eine Raupe oder ein solches Nest findet, sollte dies auf keinen Fall anfassen und genügend Abstand halten, rät der Landesbetrieb Wald und Holz NRW. Bei Kontakt sollte der gesamte Körper sofort abgeduscht und die Kleidung gewechselt und gereinigt werden. Wenn allergische Symptome auftreten, muss ein Arzt aufgesucht werden.

(NGZ)