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Dormagen: Mit der Waage beginnt der Wettkampf

Dormagen : Mit der Waage beginnt der Wettkampf

Heute und morgen läuft im TSV-Sportcenter der internationale "Grand Prix der Bundesrepublik Deutschland" für Ringerinnen. Der AC Ückerath stemmt dafür einen enormen logistischen Aufwand mit nur 40 Helfern.

Heute und morgen läuft im TSV-Sportcenter der internationale "Grand Prix der Bundesrepublik Deutschland" für Ringerinnen. Der AC Ückerath stemmt dafür einen enormen logistischen Aufwand mit nur 40 Helfern.

Buntes Stimmengewirr mischt sich mit dem typischen Turnhallen-Geruch: Russisch, Englisch, Deutsch, Schwedisch... Dazu ein unübersichtliches Getümmel aus kämpfenden Ringerinnen, Trainern und Betreuern auf und zwischen den Matten.

Vier dieser speziellen Matten liegen seit gestern im TSV-Sportcenter, das heute und morgen zum zwölften Mal Schauplatz des "Grand Prix der Bundesrepublik Deutschland" im Frauenringen ist, dem einzigen Turnier im Frauenringen mit Weltcupstatus überhaupt hierzulande. Rund 300 Athletinnen aus über 20 Nationen sind dafür aus der ganzen Welt in den vergangenen Tagen nach Dormagen gereist — ein riesiger organisatorischer Aufwand für den Veranstalter, den AC Ückerath (ACÜ). Der stemmt die Herausforderung mit rund 40 Helfern. "Die meisten Athletinnen kommen aus dem Osten", sagt ACÜ-Vorsitzender Detlev Zenk, "allein 23 kommen aus Kasachstan". Während die Delegationen aus Weißrussland und Polen zum Beispiel per Bus anreisten, kamen die meisten anderen via Flugzeug, zum Beispiel die US-Amerikanerinnen und Kanadierinnen.

Überraschungen inklusive: "So konnte die Sportlerin aus der Elfenbeinküste kurzfristig leider nicht kommen, weil das mit dem Visum doch nicht geklappt hat", so Zenk. Und die Sportlerinnen aus Kasachstan hätten plötzlich am Dormagener Bahnhof gestanden, so der ACÜ-Frontmann. "Damit hatte von uns keiner gerechnet." So musste der ACÜ "mal eben schnell" für 23 Ringerinnen und ihre Entourage eine Transportgelegenheit organisieren. Doch selbst solche Überraschungen sind kein Problem für die nervenstarken und erprobten Organisatoren. "Schließlich machen wir das nicht zum ersten Mal - seit 2002 hat das Hans-von-Zons-Turnier Weltcupstatus", so Zenk. Die Internationalität macht das Turnier sportlich attraktiv, birgt aber auch so manche Herausforderung.

So kümmert sich der Verein zum Beispiel um Unterkunft und Verpflegung der Teilnehmerinnen und ihrer Mitreisenden. ACÜ-Geschäftsführer Günter Suling verbrachte die vergangenen Wochen damit, die Anmeldungen der Verbände anzunehmen, diese bei Bedarf wieder zu korrigieren und entsprechend Hotelzimmer-Kontingente zu buchen. "Das geht an die Substanz", kennt Detlef Zenk diese stressigen Aufgaben. Denn aufgrund des parallel in Neuss ausgetragenen Quirinus-Cup der Handballer sind Hotelzimmer an diesem Wochenende schwer zu kriegen. Neben den Aktiven müssen auch die rund 25 Kampfrichter, die ebenfalls aus diversen Nationen kommen, versorgt werden. Dazu wurde die benachbarte Gymnastikhalle zum "Restaurant" umfunktioniert. Ein Caterer sorgt für regelmäßige Mahlzeiten. Die erste gab es gestern Abend "nach der Waage". Weil beim Ringen in unterschiedlichen Gewichtsklassen gekämpft wird, mussten alle Teilnehmerinnen auf die Waage. Wer ein paar Gramm zu viel mitbringt, muss schwitzen und ein paar Runden inder Halle drehen. "Das ist für alle ein wichtiger Augenblick", erklärt Fachmann Detlev Zenk. "Denn das Gewicht muss stimmen." Kaum haben sich vor den Waagen Schlangen gebildet, ändert sich die Luft im TSV Sportcenter: Zum typischen Turnhallenmief gesellt sich ein frisches "Lüftchen" von Anspannung, Konzentration und Nervosität. "Damit wird das Turnier eingeläutet", so Zenk.

(NGZ/ac)