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Dormagen: Mit dem Segway durch Zons

Dormagen : Mit dem Segway durch Zons

Ralf Ludwig veranstaltet ab April Touristenfahrten durch Zons mit dem futuristischen Zweirad aus den USA. Mit Elektromotor geht es zu Zollfeste, Freilichtbühne und Rheindeich. Die NGZ hat die Tour schon ausprobiert.

Ob ich einen Helm will? Natürlich, denn ich werde gleich den Juddeturm rammen. 20 Stundenkilometer schnell können Segways werden, und ich kann mir nicht vorstellen, dass ich die Kontrolle über dieses seltsame Fahrzeug behalte, wenn ich mich gleich draufstelle.

Ralf Ludwig (45) ist zuversichtlicher. Wenn das Fahren schwer zu erlernen wäre, sagt er, würde er keine Stadttouren anbieten – schließlich richten die sich auch an Menschen, die noch nie auf so einem Gerät standen. Ludwig düst lässig mit seinem Segway eine Runde über den Parkplatz und erklärt dabei die Steuerung: Wenn man sich nach vorn lehnt, beschleunigt das Gerät, lehnt man sich zurück, wird es langsamer. Nach links und rechts steuert man mit dem Lenker. "Das war es eigentlich schon", sagt er.

In Düsseldorf, Schloss Burg oder Neuss bietet Ludwig mit seiner Firma Glidertours bereits Fahrten mit dem Segway an, auch auf Messen oder Betriebsfeiern ist der Stürzelberger mit seiner Frau Elke (38) und den Zweirädern unterwegs. Ab März veranstaltet er mit der Stadtmarketing-Gesellschaft Dormagen auch Touren durch Zons. Die Führung wird Guido Schenk vom Stadtmarketing übernehmen.

Im "Schildkrötenmodus", mit gedrosselter Geschwindigkeit, unternehme ich erste Fahrversuche. Ludwig hat Recht: Das Fahren ist viel einfacher als erwartet. Der Segway reagiert sensibel auf Körperbewegungen, wenn man etwas Vertrauen zu dem Gerät und seinem eigenen Balancegefühl gewonnen hat, steuert sich das Fahrzeug fast von allein.

So lässt sich während der Fahrt durch die Altstadt locker plaudern. Als er im Urlaub das erste Mal auf einem Segway gestanden habe, erzählt Ludwig, sei ihm die Idee gekommen, so etwas auch im Rheinland anzubieten. "Die Tour ist eine gute Kombination aus Fahrspaß und Sightseeing." Wir fahren zur Zollfeste und zur Freilichtbühne. Auch bei engen Stellen oder Kopfsteinpflaster spielt der Segway mit. Auf dem Rheindeich kann man den Elektromotor ausfahren – er hat viel Kraft.

Die meisten seiner Kunden seien zwischen 25 und 55 Jahre alt, sagt Ludwig, auch viele Ältere führen mit, um das futuristische Gerät auszuprobieren, das aus Amerika stammt und seit zwei Jahren auf deutschen Straßen zugelassen ist. Einen Unfall habe es noch nie gegeben, bei mehr als 1000 Kunden.

Der Segway ist neu in Zons: Passanten bleiben stehen, Kinder fragen, ob sie auch mal fahren dürfen – das geht nicht, sagt Ludwig, denn man braucht mindestens einen Mopedführerschein. Die Zonser werden sich an den Anblick gewöhnen: Einmal im Monat wird Ludwig eine Tour fahren, wenn sich eine Gruppe zusammenfindet, wird er auch zu anderen Terminen kommen.

(NGZ)