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Dormagen: Mit 15 alleine nach Ecuador

Dormagen : Mit 15 alleine nach Ecuador

Felicitas Strickmann ist engagiert. Die 15-jährige Schülerin des Norbert-Gymnasiums ist unter anderem in diversen Jugendorganisationen tätig. Das brachte ihr nun ein Stipendium ein, durch das sie zehn Monate nach Ecuador reist.

Quito liegt in 2850 Metern Höhe. Die Hauptstadt Ecuadors wird ab September für zehn Monate zur neuen Heimat von Felicitas Strackmann. Dank eines Stipendiums, das die Nievenheimerin aufgrund ihres sozialen Engagements erhielt, kann sie die Reise in das südamerikanische Land antreten. Doch bis es so weit ist, hat die Schülerin des Norbert-Gymnasiums Knechtsteden noch jede Menge zu tun — auch abseits der Schulstunden.

"Ein Auslandsjahr wollte ich während meiner Schulzeit auf jeden Fall machen", sagt Felicitas. Die 15-Jährige erzählt von begeisterten Berichten ihrer Freunde nach Auslandsaufenthalten. "Da Reisen in Länder, die mich interessieren, schnell 8000 Euro gekostet hätten, habe ich eine Finanzierungsmöglichkeit gesucht", erklärt sie.

Bei ihrer Recherche wurde sie auf den Verein Open Door International aufmerksam, der jährlich Stipendien an Schüler zwischen 15 und 18 Jahren vergibt, die sich besonders engagieren — auch außerschulisch. Neben Felicitas hatten sich etwa 100 weitere Schüler um die begehrten Stipendien beworben. "Im Januar habe ich die Zusage erhalten und mich sehr gefreut. Ich wollte meinen Freundinnen sofort davon erzählen, doch keine ist ans Telefon gegangen", sagt Felicitas. Über eine Nachricht im sozialen Netzwerk Facebook hatte sie ihre Klassenkameradinnen dann informiert, die ihr am nächsten Morgen in der Schule gratulierten.

Über Facebook werden sich die Schülerinnen in Zukunft öfter unterhalten als im persönlichen Gespräch. Doch auf die etwa 20 Stunden Flug nach Ecuador freut sich Felicitas und zählt bereits die Tage bis zur Abreise. "Vorher steht allerdings noch die Klausurphase an", erklärt sie.

Auch das Engagement der Schülerin nimmt viel Zeit ein. "Ich engagiere mich besonders gerne in der Grünen Jugend, bei Unicef und bei Amnesty International", sagt Felicitas. Über ihre Arbeit in den Organisationen kann sie in der Schule nur mit wenigen Gleichaltrigen sprechen. "Das Interesse an Politik ist gering", macht sie deutlich und ergänzt: "Mich interessieren diese Themen und in den Organisationen gibt es Viele, mit denen ich mich austauschen kann."

Ob sie ihr Beruf einmal in die Politik oder gar ins Ausland führt, weiß Felicitas nicht. "Was ich beruflich machen möchte, ändert sich häufig", sagt sie. Nach der Schule will sie zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren. Ihre Berufswahl macht sie auch von ihren Erfahrungen in Quito abhängig. Derzeit könnte sie sich vorstellen, in den Diplomatendienst zu treten. "Man kann ja Wünsche haben", sagt Felicitas Strickmann.

(NGZ)