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Dormagen: Misapor produziert in Delrath

Dormagen : Misapor produziert in Delrath

Das Schweizer Unternehmen Misapor produziert seit einigen Wochen Schaumglasschotter an der Edisonstraße. Ein Vor-Ort-Termin bei dem Unternehmen, über dessen Ansiedlung es im Vorfeld einigen Wirbel gegeben hatte.

Mit der sprichwörtlichen Schweizer Langsamkeit drehen sich die Bänder der 950 Grad heißen Blähöfen an der Edisonstraße 2 a. Riesige graue Fladen schieben sich knackend und knisternd aus der Maschine und fallen dann brockenweise durch den Rost. Graues Glasmehl wird dort zu Misapor gebacken, einem Dämmstoff von einer Konsistenz wie Luftschokolade, porös und federleicht.

Bereits seit einigen Wochen produziert das gleichnamige Unternehmen in Kooperation mit Rhenus Recycling in seinem ersten Werk in Deutschland. Offiziell eröffnet wird das Werk aber erst im September, dann soll es auch einen Tag der offenen Tür geben, die ganze Armada von elf Blähöfen soll Ende des Jahres fertig gebaut sein.

Rund 250 000 Kubikmeter des Materials, das etwa im Hausbau eingesetzt wird, sollen fortan jährlich aus 45 000 Glasscherben hergestellt werden. Rund 18 Millionen Euro haben die Schweizer, deren Hauptsitz in Graubünden liegt, investiert. Einigen Wirbel hatte es im Vorfeld der Ansiedlung gegeben: Einige Delrather Bürger hatten die Nähe der Fabrik mit ihren heißen Öfen zum inzwischen entleerten RWE-Gastank gefürchtet.

Die Aufregung ist inzwischen verflogen, und auch in der 13,5 Meter großen Halle wird mit Bedacht produziert. 15 Beschäftigte arbeiten dort unter der Leitung von Norbert Heymann im Drei-Schicht-Betrieb. "Wir bedienen von Dormagen aus ein Einzugsgebiet mit 18 Millionen Menschen", sagt Geschäftsführer Daniel Engi. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 120 Mitarbeiter in seinem Werken in der Schweiz und Italien. Die Ziele von Misapor auch in Deutschland sind groß. Insgesamt fünf Werke sollen hier in den kommenden Jahren entstehen.

Der Weg von der Glasscherbe zum Schaumglasschotter verläuft in mehreren Stufen: Zunächst muss das Glas getrocknet, zerkleinert und mit Siliziumcarbit angereichert werden, bevor es über ein Rohrleitungssystem auf den heißen Bändern landet. Verkauft wird der Dämmstoff, der in großen Säcken angeliefert wird und pro Kubikmeter 165 Kilogramm wiegt, an den Bauhandel und an Bauträger.

"Misapor wird beim Hausbau zum Beispiel unter der Bodenplatte verlegt", sagt Produktionsleiter Heymann. Mit einer Rüttelplatte wird das Material, das sich unter dem Druck verkrallt, verdichtet. Auch im Gartenbau oder auf Golfplätzen finde das Schweizer Produkt Anwendung. Rund 4000 Euro fallen laut Hersteller für den Verbau des wämedämmenden Misapor in einem Einfamilienhaus an. "Zusätzlicher Frostschutz ist danach nicht mehr notwendig", sagt Engi und setzt sein wärmstes Lächeln auf.

(NGZ)