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Dormagen: Millionen für die Kläranlage

Dormagen : Millionen für die Kläranlage

Die Stadt investiert 2,4 Millionen Euro in eine neue Anlage, die Klärschlamm mit Sonnenenergie trocknet. Die Bandfilterpresse soll 2012/2013 in Betrieb gehen und Kosten für die Verbrennung des Schlamms einsparen.

Ein Stoff wie Blumenerde rieselt vom Fließband auf dem Gelände der Kläranlage am Oberen Monheimer Weg in einen Container. Mit 2500 Umdrehungen pro Minuten arbeitet die Maschine. Insgesamt 8,5 Tonnen des Klärschlamms, der zuvor in einer Hochgeschwindigkeitszentrifuge entwässert wird, fallen täglich auf dem Gelände an.

Künftig soll das Gewicht des Abfallstoffs auf vier Tonnen täglich reduziert werden. Insgesamt 2,4 Millionen Euro will die Stadt in eine neue Klärschlamm-Trocknungsanlage investieren. "Seit zwei Jahren zeigt die Anlage deutliche Verschleißerscheinungen und ist schon einmal sechs Wochen lang ausgefallen", sagt Stadtentwässerungsleiter Thomas Wedowski.

Künftig sollen mehr als 100 Kubikmeter Klärschlamm täglich durch eine so genannte Bandfilterpresse laufen; getrocknet wird der Stoff danach mittels Solarenergie. Die Anlage steigert den Trockenanteil des Klärschlamms von durchschnittlich 30 auf 65 Prozent, sodass sich die Substanz am Ende sogar zum Heizen verwenden lässt. Bisher wurde nur die Hälfte des Klärschlamms als Dünger oder im Landschaftsbau verwendet.

"Das hat auch für den Gebührenzahler Vorteile", sagt Wedowski. Auch die Stadt erhofft sich Einsparungen. Pro Tonne muss sie bisher rund 200 Euro an den Rhein-Kreis Neuss entrichten, der den Stoff verbrennt. "Wir sparen mehr als die Hälfte der bisherigen Verbrennungskosten und leisten zugleich einen Beitrag für die Umwelt", meint Wedowski. Zudem habe die bisherige Anlage ohnehin ersetzt werden müssen.

Gebaut wurde die biologische Kläranlage in Rheinfeld bereits 1979 — und dann stückweise modernisiert: "1996 kam eine Reinigungsstufe hinzu, 2005 wurde die Kapazität der Membranfiltrationsanlage erweitert.

Der Verwaltungsrat der Technischen Betriebe (TBD) hat der neuen Anlage in seiner jüngsten Sitzung bereits zugestimmt. Die Aufträge werden in den Sommerferien ausgeschrieben, im Oktober oder November soll der Bau beginnen. "Für die Gebührenzahler wird die neue Anlage kaum zu Mehrbelastungen führen, da sich die Investition durch die eingesparten Energiekosten von Beginn an amortisieren", erklärt Wedowski. Auf Dauer rechneten die TBD mit deutlich kostensparenden Effekten. Insgesamt hofft Wedowski, "am Ende mit einer roten Null rauszukommen".

Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann jedenfalls ist mit den Entwicklungen in Rheinfeld zufrieden: "Die Kläranlage wird weiterhin eine der modernsten in ganz Nordrhein-Westfalen sein." Nach Abschluss der Bauarbeiten wollen die Technischen Betriebe einen Tag der offenen Tür auf dem Gelände anbieten.

(NGZ)