Mieter in Horrem sind sauer: Seit über zwei Monaten ohne Aufzug

Bürgermonitor Dormagen: Aufzug in vierstöckigem Wohnhaus in Horrem steht seit elf Wochen still

Bewohner eines Hauses an der Heesenstraße leiden seit zweieinhalb Monaten unter dem nichtfunktionierenden Aufzug. Ab nächster Woche soll die Sanierung abgeschlossen sein.

Schwer atmend zieht sich die Seniorin am Geländer der Treppe nach oben. Seit elf Wochen funktioniert der Aufzug im vierstöckigen Wohnhaus an der Heesenstraße in Horrem nicht mehr. „Das beeinträchtigt uns ungemein“, spricht sie auch für ihre Nachbarn, die alle nicht namentlich genannt werden wollen. Am 2. Juli wurde der Aufzug für Sanierungsarbeiten stillgelegt, wie ein Aushang an allen Fahrstuhltüren immer noch verkündet. Seither haben die Bewohner zwar Arbeiter gesehen, aber der Aufzug ist immer noch nicht wieder in Betrieb genommen.

Zweieinhalb Monate lang sind gerade die gehbehinderten Bewohner „wie abgeschnitten von der Umwelt“. Denn die 54 Stufen werden mit Einkäufen zum unüberwindlichen Hindernis. Wer Freunde und Bekannte hat, die die schweren Sachen in die dritte oder vierte Etage tragen, kann sich glücklich schätzen. „Da überlegt man es sich, ob man überhaupt aus dem Haus geht“, sagt ein Bewohner. „Wir sind doch gerade in ein Haus mit Aufzug gezogen, weil mein Mann darauf angewiesen ist“, sagt eine andere Bewohnerin. Eine weitere Frau berichtet, dass ihr auf Rollator und Rollstuhl angewiesener Mann als Dialyse-Patient regelmäßig zum Arzt oder ins Krankenhaus gebracht werden muss. „Dafür muss ich jetzt Krankentransporte organisieren, damit er die Treppen hoch und herunter getragen werden kann“, schildert sie die Situation.

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Entsetzt über die lange Arbeitsdauer zeigte sich Dominik Barton, Geschäftsführender Gesellschafter der Barton Group, die die Wohnhäuser in Horrem Ende 2016 von Noratis übernommen hatte: „Wir sind sehr sauer, dass der Dienstleister, den wir bereits vor einem halben Jahr mit den Aufzugsarbeiten beauftragt haben, uns und vor allem unsere Mieter so hängen lässt“, sagte er am Freitag auf Anfrage unserer Redaktion. Aber es gibt Hoffnung: „Wir haben mit Nachdruck daran gearbeitet, dass Anfang nächster Woche der Aufzug wieder läuft“, verspricht er. Dann soll nach der Abnahme durch den TÜV der Fahrstuhl mit neuem Antrieb wieder funktionieren. „Horrem ist für uns ein wichtiger Standort, in den wir Schritt für Schritt investieren, auch in Zukunft“, betont Barton.

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