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Tierschutzverein Dormagen: Menschen für den Tierschutz begeistern

Tierschutzverein Dormagen : Menschen für den Tierschutz begeistern

Von Chris Stoffels

Von Chris Stoffels

Der Tierschutzverein Dormagen will mit einem neuen Vorstand und trotz Finanzproblemen nach den Querelen im Vorjahr neu beginnen. Ehrenamtler sind wieder gern gesehene Gäste im Tierheim. Neuer Vorstand im Tierschutzverein: Irma Süß, Andrea Oelschläger, Hans-Erich Hofmann, Elke Kaden, Vorsitzender Dr. Hans-Walther Buckels und Karl-Heinz Rehbein (von links). NGZ-Foto: H. Jazyk

Der Tierschutzverein Dormagen wagt den Neubeginn. Der neue Vorstand mit Dr. Hans-Walther Buckels als Vorsitzender und Hans-Erich Hofmann, beide Männer mit umfangreicher Führungserfahrung aus der Wirtschaft, wollen mit einer Crew engagierter Ehrenamtler den Tierschutzverein aus den Negativ-Schlagzeilen bringen. Pilzinfektionen, Querelen innerhalb des Vorstands, Vernachlässigung der Ehrenamtler gehören nach Angaben von Buckels der Vergangenheit an.

Der frühere Manager und heutige Dozent an der Düsseldorfer Heine-Universität hat seit August das Ruder zunächst als Notvorstand übernommen und den umstrittenen Wolfgang Weber abgelöst. Seit einer Woche nun ist der Vorstand wieder komplett, will den Tierschutzverein als Träger des Tierheims wieder zu einer Herzensangelegenheit der Dormagener machen. "Wir sind unbedingt auf neue Mitglieder und Spenden angewiesen", berichtet Buckels.

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Die Mitgliederliste ist im Zuge der Querelen von über 600 auf 520 geschrumpft. "Das wollen wir wieder aufholen", so Buckels. Zum einen ist der Verein auf die Mitgliedsbeiträge (30 Euro pro Jahr) angewiesen, zum anderen setzt der Verein zunehmend auf Ehrenamtler in der täglichen Arbeit. Buckels: "Die Personalkosten sind unter dem alten Vorstand von 80.000 Mark auf 80.000 Euro fast verdoppelt, davon müssen wir wieder runter." So konnte der Vorstand den hohen finanziellen Vorstellungen der früheren hauptamtlichen Kraft nicht mehr folgen.

Zwei hauptamtliche Kräfte, von denen eine demnächst ausscheidet, eine Aushilfe auf 400-Euro-Basis und eine Auszubildende kümmern sich heute um die vielfältigen täglichen Aufgaben. Große Kostenbelastungen sind aber auch die Kosten für die medizinische Versorgung der Tiere in einer Größenordnung von 50.000 Euro. Futter, Gebäudeunterhaltung, Reparaturen..... das alles summierte sich im vergangenen Jahr auf ein Defizit von rund 70.000 Euro.

Nur dank einer größeren Erbschaft, die das Tierheim vor einigen Jahren machte, wurde der Verein vor dem Ruin bewahrt. Laut Buckels "reichen diese Reserven aber nur für maximal zwei Jahre". In diesem Jahr soll der Fehlbetrag auf 43.000 Euro gesenkt werden. Auf der Einnahmeseite stehen neben den Mitgliedsbeiträgen, den Vermittlungsgebühren für die Tiere - pro Hund zum Beispiel 150 Euro - zugewiesenen Bußgeldern vor allem die städtischen Zuschüsse.

Die Stadt Dormagen hat ihren Anteil dabei von von bisher 31.000 Euro um rund 12.000 Euro aufgestockt. Die Stadt Pulheim dagegen, für die das Tierheim in Hackenbroich Fundtiere aufnimmt, ziert sich laut Buckels, einen "angemessenen Beitrag" zu leisten und rechnet auf Minimalbasis ab. Auch den städtischen Zuschuss hält der neue Vorstand für durchaus ausbaufähig: Nach Berechnungen der Tierschützer beträgt die Einnahme aus der Hundesteuer bei 2.900 registrierten Hunden im Stadtgebiet rund 290.000 Euro - "dagegen ist der Zuschuss an uns, die wir die Arbeit mit den Tieren haben, ein Klacks", so Buckels.

Um die Einnahmeseite zu verbessern, will der Tierschutzverein verstärkt werben. Dabei sollen sowohl jüngere Menschen ab 18 Jahren angesprochen werden, die sich an der täglichen Arbeit in dem Heim an der Bergiusstraße beteiligen, als auch Senioren in Altenheimen angesprochen werden, die den Tierschutz unterstützen, möglicherweise sogar etwas vererben.

Das vielfältige Aufgabenspektrum im Tierschutz umschreibt der Vorsitzende: "Wir sind für die Tiere Sozialamt, Altenheim und Krankenhaus." Ein spezielles Problem dabei: "Seit Einführung der Landeshundeverordnung hat sie Anzahl der Dauergäste im Tierheim dramatisch zugenommen." Elke Kaden, eine der engagiertesten Ehrenamtlerinnen und Schriftführerin: "Die Hunde, für die verschärfte Anforderungen gelten, will niemand mehr haben. Sie landen früher oder später bei uns, zum Beispiel wenn sie von den früheren Besitzern ausgesetzt werden."

Diese Tiere sind kaum zu vermitteln, bleiben, wie zum Beispiel der dreijährige Hund Birdy (Siehe Foto) jahrelang im Tierheim-Zwinger. Der Vorstand will mit gutem Beispiel im ehrenamtlichen Engagement voran gehen. So stellvertretender Vorsitzender Hans-Erich Hoffmann, früher Personalchef bei Daimler-Chrysler in Düsseldorf. Der Tiernarr mit mehreren Pferden, Hunden, Katzen verbringt täglich mindestens eine Stunde an der Bergiusstraße, spricht mit den Ehrenamtlern, motiviert.

Selbst der 84-jährigen Irma Süß, einem Urgestein des Vereins, macht die Arbeit wieder Freude: "Es macht einfach Spaß. hier zu arbeiten. Für Spenden: Konto 330 134 bei der Sparkasse Neuss, BLZ 305 500 00.

(NGZ)