1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Mehrheit für Bad-Neubau

Dormagen : Mehrheit für Bad-Neubau

Trotz einiger kritischer Stimmen scheint die Mehrheit der Vereine und Politiker für den Neubau eines Hallenbades zu sein. Allerdings kritisiert Kerstin Born von der SSG Nievenheim-Delrath, dass sie noch nicht informiert wurde.

Kerstin Born von der Schwimmgemeinschaft Nievenheim-Delrath ist empört. Nicht weil sie gegen das Bäderkonzept ist, sondern weil sie bislang darüber noch nicht aus erster Hand informiert wurde. "Wir wurden zwar gehört, jetzt aber über die Ergebnisse nicht informiert. Offenbar werden wir auf die Sitzung des Sport- und Schulausschusses vertröstet." Die 46-Jährige vertritt rund 600 Schwimmer und 75 Kursteilnehmer. Grundsätzlich könnte sie mit einem neuen Hallenbad leben. Allerdings fragt sie sich, ob dessen Kapazität ausreicht: "Bisher sind beide Hallenbäder ausgelastet. Wir möchten geklärt wissen, ob wir Abstriche in der Nutzung des einen Bades hinnehmen müssen." Schließlich mahnt die Vereinsvorsitzende Lösungen für die Übergangszeit an.

Ähnlich Carsten Gösch, Geschäftsführer der DLRG: "Wenn die Belange der Vereine berücksichtigt werden ist gegen ein neues Bad nichts einzuwenden." Im Gegenteil: Gerade mit einem Lehrschwimmbecken werde bessere Möglichkeiten geboten."

Für den TSV Bayer Dormagen mit 700 Mitgliedern in der Schwimmabteilung steht vor allem die Römertherme im Fokus. TSV-Geschäftsführer Frank Neuenhausen hat zwar auch noch keine Informationen aus erster Hand, "doch was bisher bekannt wurde, klingt gut für uns". Der TSV brauche für die Römertherme rund 200 000 Euro Defizitabdeckung durch die SVGD beziehungsweise die Stadt. Neuenhausen: "Wir wollen das Bad in jedem Fall mit Sommer- und Winterbetrienb fortführen." Bad-Experte Dietmar Altenburg bescheinigte der Therme eine gute Kosten- und Personalstruktur — bei den Öffnungszeiten zeigt sich Neuenhausen kompromissbereit. Wichtig sei der Winterbetrieb "als Alleinstellungsmerkmal".

In der politischen Bewertung sind sich die Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD, Wiljo Wimmer und Bernhard Schmitt, einig: "Die Darstellung des Experten war überzeugend." Der hatte die Neubau-Lösung empfohlen.

Wasser in den Wein gießt Grünen-Fraktionsvorsitzender Ingo Kolmorgen: "Das klingt verlockend, aber es passt irgendwie nicht in die Zeit." Kritisch sieht das Konzept auch der Vorsitzende des städtischen Sportausschusses, Detlev Zenk: "Es sind noch viele Fragen offen, die geklärt werden müssen. Vor allem: Wieso können unsere Bäder so marode sein, wenn wir in den vergangenen Jahren ständig darin investiert haben." Mehr Fragen als Antworten sieht auch Zentrums-Fraktionsvorsitzender Hans-Joachim Woitzik: "Die Zahlen sind nicht nahvollziehbar."

(NGZ)