Dormagen: Mehrgenerationenhaus ist fast "belegt"

Dormagen: Mehrgenerationenhaus ist fast "belegt"

Das Grundstück ist nun gekauft, nur noch zwei der 23 Wohnungen sind frei und mit neun Kindern bis 14 Jahren sowie 30 Erwachsenen von 25 bis 83 Jahren ist die "Mischung" perfekt.

Aufregend war es schon, aber auch schnell vorbei und jetzt ist die Genossenschaft NaWoDo (Nachbarschaftliches Wohnen in Dormagen) endlich Eigentümer des gut 3500 Quadratmeter großen Grundstücks im Neubaugebiet Nievenheim IV. Und ihre zukünftige Adresse wissen die Mitglieder auch schon: Latoursgarten 1-9. Dort laufen gerade die Erschließungsarbeiten, die bis Ende Juni abgeschlossen sein sollen. "Wir gehen davon aus, dass am 17. Juli Spatenstich ist", sagt Vorstandsmitglied Christiane Schwedesky. Endlich, denn Anfang 2016 hatten die Mitglieder noch gehofft, 2017 einziehen zu können. Daraus wird nichts mehr. Dafür seien jetzt fast alle Wohnungen vergeben und stimme die "Mischung" der Gemeinschaft, wie Schwedesky betont. "Wir sind jetzt knapp 40 Leute, davon allein neun Kinder von sechs Monaten bis 14 Jahre", sagt sie und freut sich. Denn auf weiteren Zuwachs von Familien hatte die Genossenschaft gehofft. Schließlich geht es, wie der Name des Hauses unmissverständlich klarmacht, um nachbarschaftliches, generationenübergreifendes Wohnen.

Bei dem soll einerseits das gemeinschaftliche Für- und Miteinander gefördert werden, andererseits aber jeder Einzelne, jedes Paar, jede Familie das benötigte Maß an Freiheit und Rückzug haben. Zwei der 23 Wohnungen sind noch zu haben. Eine hat 120 Quadratmeter Wohnfläche, die andere 65. Interessenten sind da, nicht zuletzt auch deshalb, weil die Genossenschaft seit Jahren intensiv für ihr Projekt wirbt. Gerade erst wieder waren einige mit einem Stand beim Kölner Wohnprojekttag vertreten. Eile besteht nicht, die beiden Wohnungen zu besetzen. Schließlich muss es passen. Nicht für jeden ist das Konzept, das hinter NaWoDo steht, das Passende. Doch die, die mittlerweile dabei, können den Spatenstich kaum abwarten. Viele andere ähnliche Wohnprojekte haben sie im Laufe der vergangenen Jahre besucht, so zum Beispiel "Amaryllis" in Bonn oder "Besser gemeinsam Wohnen" in Kempen.

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"Wichtig war es uns auch, mit Menschen zu reden, die schon Jahre so wohnen, um zu erfahren, wie sich das alltägliche Leben abspielt, wie es ist, wenn die erste Euphorie nach jahrelangen Planungen, Genehmigungs-, Bauphase und schließlich Einzug vorbei ist", sagt Schwedesky. Regelmäßig finden Treffen, Ausflüge und Versammlungen statt. Wie genau später der gemeinsame Alltag aussehen wird, wissen die Genossenschafts-Mitglieder noch nicht. Entscheidend ist für alle, offen für die Vielfalt an Menschen zu sein und es zu bleiben. Einmalig zahlen die Mitglieder eine Einlage von 600 Euro pro Quadratmeter der Wohnung, später 9,50 Euro Kaltmiete und 1,50 Euro Nebenkosten. Die Einlage wird bei Auszug zurückgezahlt.

(NGZ)
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