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Dormagen: Mehr Unfälle mit Motorrädern

Dormagen : Mehr Unfälle mit Motorrädern

Im Mai haben drei Motorrad- oder Rollerfahrer bei Verkehrsunfällen in Dormagen schwere Verletzungen erlitten – zwei mehr als im Frühjahr 2011. Das Kreiskrankenhaus ist auf mehr Unfälle in der Zweiradsaison eingestellt.

Im Mai haben drei Motorrad- oder Rollerfahrer bei Verkehrsunfällen in Dormagen schwere Verletzungen erlitten — zwei mehr als im Frühjahr 2011. Das Kreiskrankenhaus ist auf mehr Unfälle in der Zweiradsaison eingestellt.

Motorradfahrer leben gefährlich. Einige von ihnen überschätzen ihre Fahrkünste, riskieren bei rasanten Überholmanövern ihr eigenes und das Leben anderer Verkehrsteilnehmer. Andere halten sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit, werden aber oft von Autofahrern übersehen.

Im Mai haben bei Verkehrsunfällen in Dormagen bislang drei Kraftradfahrer schwere Verletzungen erlitten. Ein 56-Jähriger, der in Straberg beim Überholen von der Fahrbahn abkam und sich mehrfach überschlug, musste sogar mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden.

Seit Januar registrierte die Polizei nach eigenen Angaben in Dormagen neun Unfälle mit Beteiligung von Motorrädern, Rollern oder Mofas. Dabei wurden insgesamt vier Menschen leicht und fünf schwer verletzt. "Je schöner das Wetter ist, desto mehr Zweiradfahrer sind auf der Straße", sagt Polizeisprecher Hans-Willi Arnold. "Damit steigt statistisch die Wahrscheinlichkeit, dass sie in Unfälle verwickelt werden."

In den meisten Fällen hat das schwerwiegende Folgen. "Bei Motorradfahrern ist insbesondere der Hals ungeschützt, der Kopf wird hin und her gezerrt", sagt der Oberarzt der Ambulanz im Kreiskrankenhaus, Dr. Ulrich Gütgemann. Seit April behandeln er und seine Kollegen vermehrt verunglückte Zweiradfahrer. "Sie erleiden oft Verletzungen an der Wirbelsäule oder Brüche von Armen und Beinen."

In den Krankenhaus-Statistiken tauchen diese Verletzungen allerdings nicht unter dem Stichwort "Zweiradunfall", sondern unter den verschiedenen Diagnosen auf, so dass eine verlässliche Statistik nur schwer zu erstellen ist. "In der warmen Jahreszeit verunglücken immer wieder Rollerfahrer, darauf sind wir eingestellt", bestätigt auch Klinikdirektor Ralf H. Nennhaus.

Nach Ansicht des ADAC unterschätzen viele Autofahrer die Geschwindigkeit von Motorradfahrern und überholen diese zu eng. "Andererseits", sagt Sprecherin Jacqueline Grünewald, "müssen Motorradfahrer damit rechnen, dass sie aufgrund ihrer Größe nicht so gut wahrgenommen werden können und ihre Fahrweise dementsprechend anpassen".

Der Verkehrsclub spricht sich gegen eine gesetzliche Pflicht für Autofahrer aus, tagsüber mit eingeschaltetem Abblendlicht zu fahren. "Das sorgt dafür, dass Motorradfahrer, die mit Licht fahren müssen, nicht mehr besonders auffallen", begründet Grünewald. Grundsätzlich sei "gegenseitige Rücksichtnahme" das Mittel, um Unfälle zu vermeiden.

Die Polizei in NRW will Motorradfahrer mit der Aktion "Brems Dich — rette Leben!" ins Visier nehmen. Als Auftakt der Aktion gegen Raserei hatten Beamte im Februar mit einem "24-Stunden-Blitzmarathon" für Aufsehen gesorgt.

(NGZ)