Dormagen: Mehr U 3-Plätze für Dormagen

Dormagen : Mehr U 3-Plätze für Dormagen

Wenn im August 2013 der Rechtsanspruch für einen U3-Betreuungsplatz greift, wird die Stadt die vorgegebene Quote von 35 Prozent deutlich übertreffen und einen Versorgungsgrad von 40 Prozent aufweisen.

Es ist eine schwierige Vorgabe: Ab August 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf ein Betreuungsangebot für Kinder im Alter bis zu drei Jahren. Als dieser U3-Rechtsanspruch 2008 beschlossen wurde, nahm man an, dass bei den Eltern ein bundesdurchschnittlicher Betreuungsbedarf von rund 35 Prozent für die unter Dreijährigen entstehen wird.

Den hat die Stadt Dormagen mit aktuell 29,6 Prozent fast schon erreicht. Weil sie aber davon ausgeht, dass der Bedarf ungleich größer sein wird, läuft ihre Planung auf eine Zielmarke von 40 Prozent um 1. August 2013. "Unser Anspruch ist, jedem Kind einen Betreuungsplatz anbieten zu können", sagt Jugend-Dezernent Gerd Trzeszkowski.

Eine große Diskussion über die Notwendigkeit, das Platzangebot deutlich auszubauen, gibt es in der Politik nicht. Es ist einhellige Auffassung in den Fraktionen, das "Dormagener Modell" mit dem konsequenten Ausbau der Kinderbetreuung umzusetzen. Die Stadt ist ohnehin Vorreiterin: "Mitte der Achtziger Jahre haben wir im ,Haus der Familie' der Caritas bereits U3-Plätze angeboten und dafür viel Kritik eingestecken müssen", erinnert der Dezernent.

Als jetzt die gesetzliche Regelung auf die Kommunen zukam, verfügte Dormagen über 74 Plätze für Kinder unter drei Jahren. Bis zum übernächsten Sommer muss sie weitere 318 Plätze schaffe, um ihrem selbst gewählten Anspruch — eine Versorgungsquote von 40 Prozent — zu erreichen. "Das schaffen wir auch", sagt Elisabeth Gartz, im Rathaus für die Tagesbetreuung für Kinder zuständig. Für 108 Plätze sind beim Land noch keine Mittel beantragt, "wir wissen aber, wo die Plätze entstehen sollen". Das Gesamt-Investitionsvolumen für Umbauten und Erweiterungen liegt bei 4,6 Millionen Euro, wovon das Land als Zuschussgeber 90 Prozent übernimmt, den Rest die Träger der Einrichtungen. Für dieses Jahr sind rund 1,8 Millionen Euro veranschlagt.

Große Maßnahmen stehen in den Kindertagesstätten an der Dantestraße in Nievenheim und an der Fichtestraße in Horrem an. Dort gibt es Sanierungen und Umbauten, damit künftig 16 ( Nievenheim) und 22 Plätze (Horrem) für die ganz Kleinen zur Verfügung stehen. Der Versorgungsgrad schwankt aktuell noch stark: Am höchsten ist er in der Stadtmitte mit 52 Prozent. 2013 wird er dort sogar 57 Prozent betragen (inklusive Tageseltern sind es dann 116 Plätze). "Wir haben eine Vollversorgung für alle Kinder von null bis sechs Jahren", sagt Jugendamtsleiterin Martina Hermann-Biert. "Sollte es in einer Kindertagesstätte keinen Platz geben, bieten wir zu gleichen Konditionen eine Alternative bei Tageseltern an."

(NGZ)