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Dormagen: Mehr Tagesmütter in Dormagen

Dormagen : Mehr Tagesmütter in Dormagen

Die Tagespflege hat einen rasanten Imagewandel hinter sich und spielt eine immer größere Rolle bei der Kinderbetreuung. In Dormagen gibt es über 50 Tagesmütter. Ab morgen werden weitere 15 ausgebildet.

Tagesmütter sind Menschen, die Beruf und Familie vereinbaren wollen – wie die Eltern, die sie brauchen. Tagesmütter sind Frauen, die gerne kleine Kinder um sich herum haben und deren eigener Nachwuchs oft aus dem Haus ist, die ein klares Erziehungsideal verfolgen und deren Familien damit einverstanden sind, die eigenen vier Wände für Fremde zu öffnen. Die Rede ist von Tagesmüttern, die in Dormagen in Kooperation von Caritas und Stadt gesucht, ausgebildet und vermittelt werden.

"Wir haben einen gut bestückten Pool von Tagesmüttern", sagt Gabriele Schwieters von der Caritas. Seit zehn Jahren wirkt sie mit beim Aufbau eines Tagespflege-Netzwerks in Dormagen, wo der wachsende Stellenwert der Tagespflege früh erkannt wurde. "Die U3-Betreuung, die in aller Munde ist und in den Kindertagesstätten aufgebaut wird, gibt es ja bei den Tagesmüttern schon länger", sagt Gabriele Schwieters, die in der Tagespflege aber ein ergänzendes, kein konkurrierendes Angebot zu den Kitas sieht. "Vor allem für die bis Zweijährigen ist die Tagespflege eine ideale Brücke zur Kita."

Wichtig: "Die Eltern suchen und brauchen immer eine möglichst individuelle Lösung zur Kinderbetreuung – zu bestimmten Zeiten, in einer bestimmten Lage. Deshalb brauchen wir eine möglichst große Auswahl an Tagesmüttern in allen Stadtteilen", so Schwieters. Dass es in Dormagen 54 Tagesmütter gibt, die 134 Kinder betreuen, klingt zunächst nach einer komfortablen Betreuungssituation. "Doch wir brauchen noch mehr", sagt Annemarie Kampe von der Stadt Dormagen. Morgen startet daher ein neuer Qualifizierungskursus, in dem 15 Frauen pädagogisch geschult und über rechtliche Rahmenbedingungen informiert werden – und lernen, auch an sich zu denken. "Tagesmütter müssen damit klarkommen, Familie und Haushalt anderen zu öffnen", sagt Gabriele Schwieters. Sie betont die Professionalität der Tagesmütter in Dormagen, die weit mehr leisten, als kleine Kinder zu verwahren. Was sich herumgesprochen hat: Das Bild von der Tagespflege hat sich komplett gewandelt. Waren viele Eltern früher skeptisch, suchen heute immer mehr Eltern gezielt eine erfahrene Tagesmutter.

Tagesväter gibt es aktuell keine. "Wir wünschen uns welche", sagt Annemarie Kampe. Leider sei Kinderbetreuung immer noch primär Frauenthema, viele Eltern tun sich zudem schwer mit männlichen Betreuern. Und: Die Bezahlung reiche nicht zum Ernähren einer Familie. In Dormagen verdienen Tagesmütter je nach Qualifikation zwischen 450 und 600 pro Kind und Monat.

Info Näheres bei Gabriele Schwieters, Tel. 02133 2500202 und Annemarie Kampe, Tel. 02133 257-496 (vormittags)

(NGZ)