Dormagen: Mehr Parkplätze für Räder in der City

Dormagen : Mehr Parkplätze für Räder in der City

Die Verwaltung greift eine Initiative der SPD auf und wird prüfen, an welchen Stellen in der Innenstadt zusätzliche Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen werden können. Zum Beispiel an der Rathaus-Galerie und auf der "Kö".

Wie sicher ist es eigentlich, das eigene, vielleicht etwas teurere Fahrrad in der Innenstadt abzustellen? Dieser Frage ist die SPD nachgegangen und sie kommt zu folgendem Urteil: Es gibt kaum sichere und komfortable Abstellplätze. Die Folge: Viele Fahrradfahrer haben Bedenken, so formulierten es die Sozialdemokraten in einem Antrag im Stadtrat, mit ihren hochwertigen und in der Regel auch verkehrssicheren Rädern in die Innenstadt zu fahren. Oder sie parken "wild", weil es keine vernünftigen Abstellplätze gibt. Daher sprachen sie sich dafür aus, dass die Verwaltung zusammen mit der SVGD ein Fahrrad-Abstellkonzept entwickelt. Ein Antrag, dem die Ratsmitglieder einstimmig folgten.

Die Verwaltung hatte in ihrer Stellungnahme zum SPD-Antrag gegengehalten, dass es "sehr wohl eine Vielzahl komfortabler und sicherer Fahrradabstellplätze" in der Dormagener Innenstadt gibt. So wurde im Rahmen des Radverkehrskonzeptes bereits in den 1990er-Jahren ein Abstellanlagen-Konzept erarbeitet und umgesetzt. Seitdem wurden, so heißt es, an allen zur Verfügung stehenden Flächen der Fußgängerzone entsprechende Abstellmöglichkeiten errichtet. Heute gibt es in der Fußgängerzone Kölner Straße und in den Nebenstraße sowie im Eingangsbereich Rathausgalerie/Römerstraße insgesamt rund 280 Abstellplätze für Fahrräder. Das ausschließlich verwendete Modell "Beta" besitze eine "generelle Empfehlung des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs". In der Verwaltungsstellungnahme wird kritisiert, dass viele Fahrradfahrer ihre teuren Drahtesel mit zu leicht knackbaren Kabelschlössern sichern würden.

Die Verwaltung hat eigens überprüft, wie hoch die Auslastung der Abstellplätze ist. An einem Vormittag zwischen 11 und 12 Uhr ergab die Auswertung folgendes Bild: die genannten 280 Abstellplätze waren mit 133 Fahrrädern besetzt. Zusätzlich waren in diesem Bereich 45 Räder "wild" abgestellt. Im Bereich der Rathausgalerie und des Ring-Kaufhauses waren die Abstellplätze zu dieser Zeit zu über 90 Prozent belegt. Dort, wo die Geschäftsdichte gering war, betrug die Auslastung meist unter 20 Prozent.

Die Verwaltung zieht daraus den Schluss, dass an stark frequentierten Punkten noch der Bedarf besteht, weitere Abstellmöglichkeiten zu schaffen. Wegen Märkten und Außengastronomie sei dies allerdings schwierig umzusetzen. Geldmittel stehen bei den Technischen Betrieben zur Verfügung. Jeder neue Einstellplatz wird etwa hundert Euro kosten. Aus Sicht von CDU-Fraktionsvorsitzenden Wiljo Wimmer ist es Aufgabe der SVGD, ein Mobilitätskonzept zu entwickeln. Für die antragstellende SPD regte deren stellvertretender Fraktionsvorsitzender Detlev Zenk an, mit dem künftigen Betreiber der Fahrradstation am Bahnhof, Caritas, zu sprechen. "Ziel sollte es sein, den Radverkehr zwischen Bahnhof und Innenstadt zu verbessern."

Kein Thema sind Abstellplätze auf dem Markplatz. Denn dort sieht die ursprüngliche Gestaltungskonzeption ein Café oder Kioskgebäude vor — "für die jedoch kein Geld vorhanden sind", so Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann.

(NGZ)
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