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Dormagen: Mehr Gewerbe trotz Silbersee

Dormagen : Mehr Gewerbe trotz Silbersee

Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann hat eine Lösung für zukünftige große Gewerbegebiete in Dormagen gefunden. Das unvermarktbare RWE-Gelände am Silbersee soll Sondergebiet für ein Kraftwerk werden. Damit wäre der Weg frei für Firmenansiedlungen am Kohnacker.

Delrath Still ruht der See. Der Silbersee und sein Ufer ist eines der schönsten Gewässer in Dormagen. Aber in hohem Maße verseucht. Die frühere Zinkhütte in Delrath, bis 1971 in Betrieb, hat dort eine Arsenblase hinterlassen. Und diese Blase hindert die Stadt Dormagen in ihrer Entwicklung: Alle potenziellen Investoren haben sofort Abstand genommen von ihren Plänen genommen. Manche potenzielle Investoren sind sogar während der Verhandlung aufgestanden und haben den Saal verlassen, als die Arsenbelastung bekannt geworden war.

Doch der Bürgermeister will das Areal vermarkten — ein Drahtseilakt. Das Grundstück gehört RWE. Der Energieriese hält die Fläche in Reserve — möglicherweise für ein Kraftwerk. Pech für die Stadt: Die rund 30 Hektar Gewerbefläche werden der Stadt angerechnet. Das führt dazu, dass bei der Bezirksregierung kein Bedarf an neuen Gewerbeflächen gesehen wird. Doch Dormagen ist in der Grundstücksklemme: Es gibt viele Anfragen von unternehmen diverser Branchen — "aber wir haben keine Flächen".

Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann war bereits im Wahlkampf angetreten, diesen Gordischen Knoten zu lösen. Er hatte auf seiner Prioritätenliste der Lösung für den Silbersee höchste Dringlichkeit eingeräumt. Und es scheint nach den ersten Gesprächen mit der Bezirksregierung und dem RWE-Vorstandsmitglied Dr. Rolf-Martin Schmitz eine Lösung zu geben. Die sieht zunächst anders aus, als ursprünglich geplant. RWE bleibt dabei: Der Konzern benötigt das Areal am Rhein als Vorratsfläche. "Doch das soll die Stadt nicht länger in ihrer Entwicklung hindern", so Hoffmann. Er erreichte in Gesprächen mit der Bezirksregierung, dass der Silbersee als so genanntes Sondergebiet ausgewiesen wird. Der Bürgermeister: "Damit ist der Weg frei für weitere Gewerbegebiete." Und wo die entstehen sollen ist ebenfalls entschieden: Am Kohnacker.

Dort sollen auf landwirtschaftlicher Fläche rund 30 Hektar Gewerbefläche entstehen. Laut Hoffmann: "Es ist es nur eine Frage der Zeit, wann gebaut werden kann". Das entsprechende Planungsrecht soll in jedem Fall in diesem Jahr geschaffen werden.

Es ist nicht in erster Linie daran gedacht, die Fläche an einen Groß-Logistiker zu übertragen, sondern ein allgemeines Gewerbegebiet zu schaffen, in dem sich verschiedene Branchen und Größen ansiedeln können. Hoffmann: "Wir haben interessante Anfragen. Das Interesse an solchen Flächen ist sehr hoch." Damit könnte die Stadt den drängendsten Bedarf befriedigen.

(RP)