Dormagen Mehr Geld für Sprachförderung in Kitas

Dormagen · Das Kinderbildungsgesetz sieht die Einrichtung von "plusKita"-Einrichtungen vor. In Hackenbroich und Horrem sollen vier Kindertagesstätten mit mehr Geld gefördert werden. Das letzte Wort hat der Jugendhilfeausschuss.

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Foto: dpa, Rainer Jensen

Es geht um bessere Bildungschancen und um mehr Gerechtigkeit - mit mehr Geld will das Land künftig gerade in den Kindertagesstätten, die in einem schwierigen Umfeld arbeiten, stärker unterstützen. Gibt es bis dato einen Zuschuss in Höhe von 15 000 Euro für eine Kita in einem sozialen Brennpunkt, so werden in diesem Kindergartenjahr mindestens 25 000 Euro bereitgestellt. Voraussetzung dafür ist eine Klassifizierung als "plusKita". Der Jugendhilfeausschuss der Stadt soll in der kommenden Woche drei Einrichtungen des Evangelischen Sozialwerks in Hackenbroich und in Horrem sowie eine städtische Kita entsprechend benennen, so dass die höheren Zuschüsse fließen können.

"Wir sehen das sehr positiv", sagt Detlef Prill. Der Leiter der Kindertagesstätte "Sonnenblume" in Horrem ist froh, künftig einen größeren finanziellen Spielraum zu haben. Er erklärt warum: "Die Arbeit der Erzieherinnen in Brennpunkten ist eine hohe Belastung. Wir haben mit einem höheren Zuschuss die Möglichkeit, zusätzliches Personal einzustellen." So kann auch noch mehr in Kleingruppen gearbeitet oder die Sprachförderung intensiviert werden. In der Regel ist die normale Gruppe der über Dreijährigen 25 Kinder groß. Aber Prill bleibt noch zurückhaltend: "Es ist ein Vorschlag, zuerst müssen wir die Entscheidung des Jugendhilfeausschusses abwarten."

Bisher wurden in Dormagen fünf Kindertageseinrichtungen als "Kitas in sozialen Brennpunkten" mit insgesamt 75 000 Euro gefördert (vier Kitas in Hackenbroich und die "Rappelkiste" in Horrem). Die "plusKita"-Einrichtungen sollen laut Kinderbildungsgesetz "bei der individuellen Förderung der Kinder deren Potenziale stärken, die Eltern in die Arbeit einbeziehen, eine feste Ansprechperson für die lokalen Netzwerke benennen, sich regelmäßig in Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen zu qualifizieren und die Ressourcen des vorhandenen Personals durch konkrete Maßnahmen zu stärken".

In der Konferenz der Träger der Dormagener Kindertagesstätten verständigten sich die Teilnehmer im vergangenen Monat auf die Kriterien für die zukünftige Förderung als "plusKita"-Einrichtung.

Demnach wird der Anteil der Kinder in Familien, in denen vorrangig nicht Deutsch gesprochen wird, in Bezug auf die Gesamtzahl der Kinder in der Einrichtung gestellt; ferner wird der Anteil der Elternbeiträge der beiden untersten Stufen ins Verhältnis zu den Elternbeiträgen insgesamt gesetzt, und drittens wird der Anteil der sprachgeförderten Kinder zwei Jahre vor der Einschulung in Bezug zur Gesamtzahl der Kinder in der jeweiligen Einrichtung gesetzt.

Aus dieser Kriterien-Sammlung heraus schlägt die Trägerkonferenz die Kita und das Familienzentrum "Die kleinen Strolche" in Hackenbroich, die Kita und das Familienzentrum "Villa Kunterbunt" in Hackenbroich, die Kita "Sonnenblume" in Horrem und die städtische Kita und das Familienzentrum "Rappelkiste" in Horrem vor. Eine Besonderheit: "Kindertageseinrichtungen, die als "plusKita" benannt werden, sollen nicht noch einmal bei der Vergabe der Sprachförderkontingente berücksichtigt werden. Darüber hinaus sollen sieben Kindertagesstätten in Hackenbroich, Horrem, Nievenheim, Horrem und Mitte zur Sprachfördereinrichtung werden.

(NGZ)
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