Analyse: Mehr Geld für Qualitätssicherung

Analyse: Mehr Geld für Qualitätssicherung

Nach der Erhöhung des Trinkwasserpreises durch den Dormagener Energieversorger evd muss sich dieser Kritik seiner Kunden gefallen lassen.

Preis- und Gebührenerhöhungen stoßen naturgemäß auf wenig Begeisterung bei Bürgern. Vor allem dann nicht, wenn der Eindruck von mangelnder Transparenz entsteht. Mit dieser Kritik sieht sich der heimische Energieversorger evd konfrontiert, der in der vergangenen Woche die Erhöhung des Trinkwasserpreises zum 1. Februar um fast 15 Prozent bekanntgegeben hat. Alleine die Fixkosten steigen für Betroffene, die im Dormagener Norden leben, um 41 Prozent. Auch wenn es am Ende "nur" um niedrige Euro-Beträge geht, fragen die sich natürlich, warum die evd so lange mit einer Preisanpassung gewartet hat (die letzte gab es 1995)? Warum wurden nicht in den vergangenen Jahren die steigenden Fixkosten, worunter Personal- oder Materialkosten zu verstehen sind, schrittweise angepasst? evd-Geschäftsführer Klemens Diekmann wirbt um Verständnis und spricht auch von einer "sehr komplexen Thematik".

Diekmann verantwortet als Geschäftsführer seit 2013 die Politik der evd. "Ich kann nicht sagen, warum es zuvor keine Anpassungen gegeben hat." Er kann aber sagen, dass in den vergangenen gut vier Jahren die Kooperation mit den Kreiswerken sowie ein neuer Konzessionsvertrag mit der Stadt ausgearbeitet wurden. Mit Folgen, die in die aktuelle Preisgestaltung wirken. So muss der Energieversorger in der Wassersparte einen Mindestgewinn von vier Prozent (bezogen auf den Restbuchwert des Anlagevermögens) vor Steuern erzielen, um die Zahlung der Konzessionsabgabe an die Stadt leisten zu können. Die Umsatzerlöse - überwiegend der Absatz von Trinkwasser - sind stabil geblieben und schwankten zwischen 2012 und 2016 zwischen 3,5 und 3,7 Millionen Euro. Durch eine Teilwertabschreibung auf das alte Wasserwerk rutschte das Gesamtergebnis der evd in 2015 mit 1,5 Millionen Euro ins Minus. Ein Entgelt aus der Konzessionsabgabe Wasser gab es für die Stadt in jenem Jahr nicht. Der Jahreswechsel 2016/17 markierte durch die Kooperation mit den Kreiswerken und die Pachtung des Leitungsnetzes einen Schnitt. Der Umsatzerlös stieg in 2017 durch mehr Kunden (jetzt ganz Dormagen) auf 6,1 Millionen Euro.

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Aber auch der Materialaufwand (z.B. für den Wasserbezug, die Pacht und ein Netzbetriebsführungsentgelt) und Abschreibungen (neue Transportleitungen) steigen deutlich an. Für das vergangene Jahr kann die evd ca. 483.000 Euro Konzessionsabgabe an die Stadt überweisen, das Geschäftsergebnis vor Steuern beträgt in der Wassersparte voraussichtlich 327.000 Euro. "Das ist keine Größe, mit der sich die evd bereichert", sagt Diekmann. "Mit der Preiserhöhung können wir die Qualität halten und den notwendigen Unterhalt der Infrastruktur leisten."

(schum)