Dormagen: Mehr Gefahrgut auf die Schiene

Dormagen : Mehr Gefahrgut auf die Schiene

Seit zehn Jahren gibt es das aus Bayer hervorgegangene Logistik-Unternehmen Chemion, das Gefahrgut für die Chemieindustrie befördert – immer öfter mit der Bahn. Sogar ein "Shuttle" nach Duisburg gibt es seit September.

Seit zehn Jahren gibt es das aus Bayer hervorgegangene Logistik-Unternehmen Chemion, das Gefahrgut für die Chemieindustrie befördert — immer öfter mit der Bahn. Sogar ein "Shuttle" nach Duisburg gibt es seit September.

Eine funktionierende "Logistik" gehört im Zeitalter globalisierter Warenströme zu Lande, im Wasser und in der Luft zu den Grundlagen unseres Wirtschaftslebens. Was das bedeutet, zeigt das Geschäft von "Chemion Logistik". 2001 wurde Chemion aus den Verkehrsbetrieben von Bayer ausgegründet — seither sorgt die Currenta-Tochter, die sich selber vor allem als "Dienstleister" für die Chempark-Unternehmen versteht, mit 1000 Mitarbeitern, davon 250 in Dormagen, dafür, dass die Kunden sicher und pünktlich bekommen, was sie zur Produktion brauchen und zu ihren Kunden schaffen wollen. "Wir kümmern uns um alle Ein- und Ausgänge, sagt der Dormagener Betriebsleiter Karl Falkus.

Ein zentrales Anliegen, das in den kommenden Jahren im Mittelpunkt von Investitionen und Ideen stehen kann, ist die Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene, wie "Business Analyst" Elmar Ockenfels vom Chemion-Marketing sagt. "Grüne Logistik" sei das Ziel — zu diesem Zweck verbindet Chemion sämtliche Transportmittel miteinander, schafft Synergien und neue Verbindungen. Eine wichtige Schnittstelle ist beispielsweise das 2007 in Dormagen entstandene Containerterminal. Ein Lager, in dem bis zu 20 000 Container im "Twenty Foot Unit"-Format in drei Schichten auf 6000 Quadratmetern Platz finden und auch Container umgeschlagen werden können — Chemion gehört zu den zehn größten Terminal-Betreibern in Deutschland. "Wir haben am Terminal ein Ladegleis, auf dem bis zu fünf Tragwagen beladen werden können", so Ockenfels. Von hier aus werden die Container per Bahn direkt in den Duisburger Hafen und von dort auch weiter nach Rotterdam befördert. Der neue "Shuttle" Dormagen-Duisburg verbindet den Chempark seit September mit den Terminals im Hafen. Optional werden auch Neuss und Köln-Eifeltor angesteuert. Mit der DB Schenker Rail hat Chemion eine Rangierplattform aufgebaut, die alle Chempark-Standorte verbindet. "Wir machen dabei die erste Meile", sagt Ockenfels.

Zum Fuhrpark von Chemion zählen Dieselloks für den Rangierbetrieb ebenso wie die riesigen Bügel-Hubwagen für die "Intra-Logistik", Sattelschlepper oder Muldenkipper, aber auch Tankcontainer und Absetztanks. Als Logistiker für die Chemieindustrie muss Chemion alles bieten, was Gefahrgutlogistik benötigt. Auch das Know-how: In Dormagen steuert Chemion den Ein- und Ausgang von Gefahrgut, das per LKW in den Chempark gelangt oder ihn verlässt. Die Mitarbeiter checken Papiere, Fahrer, den Zustand der LKW und ihre Kennzeichnung.

(NGZ)
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