Dormagen: Mehr Einbrüche: Polizei gibt Abwehrtipps

Dormagen : Mehr Einbrüche: Polizei gibt Abwehrtipps

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Dormagen ist relativ hoch. In vielen Fällen bleibt es aber beim Versuch, weil die Eigentümer ihr Heim besser schützen. Gestern informierte die Polizei, welche Schutzmaßnahmen wirkungsvoll sind.

Die Zahlen, die Polizeisprecher Hans-Willi Arnold aus der Statistik zitiert, sind besorgniserregend. 2012 gab es in Dormagen 190 Wohnungseinbrüche, 2013 waren es sogar 236. Und in diesem Jahr wird es wohl unterm Strich zumindest keinen Rückgang geben.

Denn schon im ersten Halbjahr 2014, von Januar bis Juni, registrierte die Polizei bereits 123 Wohnungseinbrüche in Dormagen. Setzt sich dieser Trend fort - und die dunkle Jahreszeit beginnt ja gerade erst - muss sogar erneut mit einem Anstieg der Delikte gerechnet werden.

Die Statistik verrät aber noch etwas: Eine Vielzahl der Einbrüche bleibt im Versuchsstadium stecken. 2012 passierte das in der Chemiestadt 68 Mal, 2013 95 Mal, im ersten Halbjahr 2014 36 Mal. Arnold führt das nicht zuletzt auf von den Eigentümern getroffene Sicherungsmaßnahmen zurück. "Aber unsere Bemühungen in dem Bereich dürfen nicht nachlassen", unterstreicht der Polizeisprecher.

Tun sie auch nicht: Die ganze Woche über tourten Beamte des Kommissariats Kriminalprävention/Opferschutz mit einem Infomobil durch den Rhein-Kreis und gaben Haus- und Wohnungseigentümern Ratschläge, wie sie ihr Zuhause besser vor Eindringlingen schützen können.

Gestern waren Kriminalhauptkommissar Christoph Kaiser und Kriminaloberkommissarin Ira Klug Ansprechpartner auf dem Dormagener Wochenmarkt, unterstützt von ihren Kollegen, den Polizeihauptkommissaren Frank Hoffmann und Karl Plischka. Und das Interesse der Dormagener war da: Schon in der ersten Stunde hatten mehr als 30 Bürger das Beratungsangebot der Beamten angenommen.

Darunter auch eine 68-jährige Frau aus Delhoven, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. "Unser Haus ist vor knapp 40 Jahren gebaut worden, wir haben zwar schon einige Sicherungen einbauen lassen, aber wir sind bereit, noch mehr tun", erzählte die Delhovenerin. Sie habe gleich einen zusätzlichen Beratungstermin bei ihr zu Hause vereinbart.

"80 bis 90 Prozent der Einbrüche erfolgen über die Fenster, meistens an der Rückseite von Haus oder Wohnung", berichtete Christoph Kaiser. Häufigstes Tatwerkzeug sei ein simpler Schraubenzieher. Nachrüstungen von Fensterbeschlägen oder Terrassentüren, zum Beispiel durch Pilzkopfsicherungen, am besten in Kombination mit von innen abschließbaren Griffen, könnten den Tätern ihr Werk aber erheblich erschweren, genauso wie aufschraubbare Elemente oder Querverriegelungen für Türen. Auf jeden Fall kosten sie Zeit - und das fürchten Einbrecher erfahrungsgemäß, weil damit auch das Risiko steigt, entdeckt zu werden. Für abschließbare Fenstergriffe spricht auch wieder die Statistik, die diesmal Christoph Kaiser ins Feld führt: "In rund zehn Prozent der Fälle schlagen Einbrecher ein Loch in die Scheibe, um an den Fenstergriff zu kommen. Ist der verriegelt, geben die meisten auf. Dass Täter eine Glasscheibe komplett zertrümmern, um in ein Haus oder eine Wohnung einzusteigen, kommt in weniger als einem Prozent der Fälle vor."

(NGZ)