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Horrem: Masterplan: Wie Horrem sein Gesicht ändern soll

Horrem : Masterplan: Wie Horrem sein Gesicht ändern soll

Es wird ein langer Weg. "10 bis 15 Jahre", vermutet Stadtjugendpfleger Jürgen Schmitz, werde es dauern, bis Horrem von den größten Altlasten befreit sein werde, bis ein komplettes, neues Stadtteilentwicklungskonzept Früchte trage. "Das ist der Zeithorizont, schneller wird es nicht gehen", sagt Schmitz realistisch, der gleichwohl keine Zeit verliert.

"Die erste Bürgerversammlung mit Mietern der Wohnungsbaugesellschaften Dowobau und Röhr hatten wir schon. Am 7. März wird im Bürgerhaus die zweite stattfinden." Bis dahin soll auch ein integriertes Handlungskonzept für den Stadtteil vorliegen. Zunächst geht es darum, die größten Problembereiche, etwa Am Rath, attraktiver zu gestalten — zusammen mit der Röhr GmbH und den Mietern. "Natürlich müssen wir letztlich ganz Horrem betrachten", weiß Schmitz. Erst mal aber geht es um die "Großsiedlungsräume". Acht Quartiersprecher wurden bereits gewonnen, die eine Verbindung zwischen Stadtplanern, Investoren und Bevölkerung herstellen sollen. Ein Gemeinschaftsgefühl muss her. Identifikation, die bei vielen Mietern vermisst wird — nicht nur auf Seiten der Wohnungsbaugesellschaften, auch von ihren Nachbarn.

Jetzt soll alles besser werden. Auch weil es das erste Mal ist, "dass Kommune und Wohnungsbaugesellschaften Hand in Hand arbeiten", wie Schmitz betont. Die Gesellschaften wollen den Sanierungsstau angehen, damit vor allem die 200 leerstehenden Wohnungen, ein Zehntel des Bestands, wieder vermietet werden können. Im Frühjahr wird dann politisch weiter beraten, es soll eine stufenweise Weiterentwicklung geben. "Wir werden versuchen, Städtebaumittel vom Land zu akquirieren."

Der Grund für die Probleme liegt 50 Jahre zurück: Die sprunghaft ansteigende Nachfrage nach Arbeitskräften für Bayer und Erdölchemie sorgte für das explosionsartige Wachstum Horrems. Deren Belegschaft wuchs damals von etwa 6500 auf 15 000 Menschen, die irgendwo wohnen mussten. Viele wurden in Horrem heimisch — und sind es bis heute.

(NGZ)