Dormagen: Markert fordert mehr Bezirkspolizisten

Dormagen: Markert fordert mehr Bezirkspolizisten

Kontroverse Grünen-Diskussionsrunde im Dormagener Ratskeller über Innere Sicherheit.

Unter dem Motto "Gemeinsam sicher leben!" hatten die Grünen zur Diskussionsrunde in den Ratskeller geladen. Ihre Dormagener Sprecherin Jaroslava Voigt freute sich über fast 40 Gäste. Landtags-Kandidat Hans Christian Markert MdL erinnerte daran, dass Polizisten rund um die Uhr an vorderster Stelle Demokratie und Rechtsstaat verteidigen würden. Bei dieser schwierigen Arbeit hätten sie Unterstützung aller Demokraten statt besserwisserischer Belehrungen verdient, so Markert. Er plädiere für mehr sichtbare Polizei, mehr Bezirkspolizisten als wichtiger Baustein für bürgernahe Polizei: "Die Grünen schlagen in ihrem Wahlprogramm eine deutliche Veränderung des Verhältnisses zwischen Bezirksbeamten je Einwohner vor." Aktuell seien das ein Bezirksbeamter auf 10.000 Einwohner. Für ihn sei die teilweise Rückkehr zum mittleren Dienst - gerade für Quereinsteiger - ein denkbarer Ansatz. Damit könne man, gerechnet auf 15 Jahre, jährlich 10 Prozent zusätzliche Beamten fürs gleiche Geld einstellen.

Bei Meike to Baben, Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei im Rhein Kreis, stieß dieser Vorschlag allerdings nicht auf Gegenliebe. Die Polizeiarbeit sei sehr komplex, die Einsätze vielfältig und anspruchsvoll. Deswegen sei es gut, dass die Polizisten an Fachhochschulen ausgebildet und eben auch nach den Vorgaben des gehobenen Dienstes bezahlt würden. Markert hielt dem entgegen, gerade Aufgaben wie der Objektschutz oder Streifendienste wären auch ein interessantes Berufsbild für motivierte Realschüler.

Zur weltweit angespannten Sicherheitslage sprach sich die Deutsch-Marokkanerin Bouchra El Maazi dafür aus, die vorhandenen Gesetze konsequent anzuwenden. Auf Nachfrage von Moderator Matthias Riemen äußerte sie, wenn man die Verhältnisse in Deutschland nicht zum Maßstab mache, sei Marokko durchaus eher ein sicheres Herkunftsland. Einig waren sich die drei Gesprächspartner, dass auch die Fußfessel für terroristische Gefährder ergebnisoffen und rechtssicher geprüft werden sollte.

(NGZ)