"Maria 2.0": Stürzelberger Frauen setzen ein Zeichen

Wortgottesdienst in Stürzelberg vor der Kirche : „Maria 2.0“: Auch in Stürzelberg wurde ein Zeichen gesetzt

Die Initiative Maria 2.0 ist auch in Dormagen angekommen.

Die in Münster von einer kleinen Gruppe Frauen gestartete Aktion hat in wenigen Wochen hohe Wellen geschlagen und bundesweit mehrere tausend Mitstreiter gefunden. Die Initiative fordert nicht nur den Zugang zu allen Weiheämtern der Kirche für Frauen, sondern auch die Aufhebung des Pflichtzölibats sowie die uneingeschränkte Aufklärung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Um ihre Forderungen zu unterstreichen, hatten die Frauen dazu aufgerufen, ihre Ehrenämter in den Kirchen für eine Woche niederzulegen, keine Messen zu besuchen, sondern stattdessen auf den Kirchenvorplätzen zu feiern und zu beten.

Auch Martina Busch-Engels und Adele Rost aus der Gemeinde St. Aloysius in Stürzelberg haben sich der Initiative angeschlossen und am Samstag zu einem Wortgottesdienst auf dem Kirchenvorplatz eingeladen. Vierzig Besucher, davon auch einige aus den Nachbarorten, waren gekommen, um ein Zeichen dafür zu setzen, dass sich etwas ändern muss. „Ich danke allen, die gekommen sind und muss sagen, wir sind wirklich überwältigt, dass es so viele sind“, sagte Busch-Engels. „Wir haben gedacht, wir dürfen diese Chance nicht ungenutzt verstreichen lassen“, erklärte Adele Rost. Beide Frauen engagieren sich stark in der Kirche, sind unter anderem Lektorinnen und Kommunionhelferinnen. „Es ist so ein komisches Gefühl, in der Messe zu sitzen mit dem Wissen, dass da vorne keine Frau stehen kann als Pastorin. Das ist heute eigentlich ein No-Go“, meinte Rost.

„Dabei geht es ja nicht mal um uns selbst“, fügte Busch-Engels hinzu, „sondern um unsere Töchter und Enkelinnen. Sie sollen die Chance haben, einen geweihten Beruf ausüben zu können.“ Doch nicht nur die Frauen sollen mehr Möglichkeiten erhalten, auch den Männern sollen neue Türen geöffnet werden. „Ich denke, dass wieder viel mehr Männer den Beruf des Priesters ausüben würden, wenn sie eine Familie haben dürften“, sagte Busch-Engels. Die Besucher waren froh, über die Möglichkeit, Flagge zu zeigen und sich einig: „Für die Kirche der Zukunft ist es unumgänglich, dass sie sich öffnet“, sagte Tanja Schill.

(mvs)
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