Maggy Steiner ist Ehrenvorsitzende des Straberger Fördervereins Jugend- und Sozialarbeit

Ehrenamt in Dormagen : Seit 45 Jahren im Einsatz für die Jugend

Untrennbar mit dem Förderverein Jugend- und Sozialarbeit (FSJ) verbunden ist der Name Maggy Steiner. Seit 1999 war sie dessen Vorsitzende. Den Posten hat nun ihr Sohn Manfred inne - und ernannte die 80-Jährige zur Ehrenvorsitzenden.

„Wenn ich einmal sage, das will ich, dann bekomme ich das auch.“ Klare Worte, die Maggy Steiner da ausspricht, doch der Erfolg gab und gibt ihr Recht. Denn die heute 80-Jährige ist das, was man als „Kümmerin“ bezeichnet. Und ohne ihr Engagement und das zahlreicher Helfer, sähe es in Straberg sicher anders aus. Doch nun hat die  quirlige Seniorin den Rückzug angetreten, hat nach 20 Jahren den Vorsitz des von ihr mitgegründeten Fördervereins Jugend- und Sozialarbeit (FSJ, 1976)) abgegeben, und will kürzer treten. Man wird sehen.

1974 zog die Familie Steiner, Ehepaar und drei Kinder (16, 14 und 12 Jahre) ins neue Haus nach Straberg. Schnell stellte sich heraus, dass es für die Jugendlichen im Ort nichts gab, wo sie ihre Freizeit hätten verbringen können. „Ständig mussten wir sie irgendwohin bringen und wieder abholen“, sagt Maggy Steiner. Sie ging zum Pfarrer, eigentlich nur, um zu fragen, warum denn im Jugendheim so gar nichts für die Teenies angeboten würde. Und schwups hatte sie die Schlüssel der Einrichtung in der Hand. Dass sich daraus ein jahrzehntelanges Engagement entwickeln würde, daran dachte die Strabergerin damals noch nicht. „Ich habe mir nur gesagt, meckern könne jeder. Also habe ich gehandelt.“ Und innerhalb kurzer Zeit war das Jugendheim, das „Alfred-Delp-Haus“ 44 Stunden in der Woche geöffnet. „Ich hatte viele Helfer, und wir konnten eine dort eine Teestube anbieten, Töpferkurse, Backen, Disco und Tanzkurse“, erzählt sie. Und sie kümmerte sich um die maroden Spielplätze, die längst „aufgepeppt“ wurden, so zum Beispiel mit einer Wassermatch-Anlage oder einem Spielraumnetz. Als Patin der Plätze hat sie auch stets ein waches Auge darauf, wenn auf den Plätzen etwas nicht funktioniert. „Doch ich möchte gern“, sagt sie, „dass andere das nun übernehmen.“ Auch den Vorsitz im FSJ, den sie 1999 übernommen hatte, hat sie im Oktober abgegeben. Den hat nun ihr Sohn Manfred. Dessen erste Amtshandlung war es, seine Mutter zur Ehrenvorsitzenden zu ernennen. Das rührte die emsige 80-Jährige, die auch 15 Jahre als Schöffin beim Neusser Amtsgericht tätig war, sehr. „Mit dem Geld, dass ich als Schöffin bekam, konnte ich unseren Verein gut unterstützen“, erzählt sie und betont, dass auch viele andere Ehrenamtler in die unterschiedlichen Projekte Geld gesteckt haben. Obwohl Maggy Steiner unermüdlich dabei war, Fördergelder zu akquirieren. So unter anderem für die „Play-Fit-Anlage“ am Mühlenbuschweg, die von Jung und Alt genutzt wird. Für ältere Straberger organisiert sie regelmäßig Fahrten zu Weihnachtsmärkten, und, da sie selbst von 1994 bis 2014 für die CDU im Stadtrat saß, jedes Jahr eine Studienfahrt mit dem Deutschland- und Europapolitischem Bildungswerk. 2020, sagt sie, gehe es an die Müritz.

Vielfach wurde Maggy Steiner für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet, so mit der Goldenen Nadel (2014) und der Goldenen Münze (2019) der Stadt Dormagen und im August diesen Jahres mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande. Mit wachen Augen geht sie durch ihr Dorf, und künftig wird sie ihren Sohn darauf aufmerksam machen, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Und ein „Projekt“ erwartet sie mit Spannung: die Anschaffung eines kleinen Elektrobusses (neun Sitzplätze), das der FSJ auch verleihen möchte.