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Dormagen: London 2012: Der große Traum

Dormagen : London 2012: Der große Traum

Heinz Schmitz ist Landestrainer für Frauenringen. Am Leistungsstützpunkt beim AC Ückerath hat er bereits viele Spitzensportlerinnen begleitet. Morgen feiert der gebürtige Dormagener seinen 60. Geburtstag.

Vormittags arbeitet er als Hausmeister an der Salvator-Grundschule in Nievenheim. Nachmittags trainiert er die besten Ringerinnen des Landes am Bundesstützpunkt in der Ringerhalle des AC Ückerath in Horrem. Um 20 Uhr endet für gewöhnlich Heinz Schmitz' zweigeteilter Arbeitstag.

Dann geht's für den gebürtigen Dormagener nach Hause zur Ehefrau, ohne deren Unterstützung "das sich so nicht alles organisieren" ließe, wie er sagt. Morgen feiert Heinz Schmitz seinen 60. Geburtstag — ans Aufhören denkt er noch lange nicht.

Unter seinen Fittichen haben schon etliche Ringerinnen Deutsche Meisterschaften gewonnen. Schmitz-Schützling Stephanie Groß erreichte sogar dreimal Weltmeisterschafts-Silber und einen siebten Platz bei den Olympischen Spielen in Athen 2004. "Olympia war natürlich eine großartige Erfahrung", die er gerne wieder erleben möchte. Mit Aline Focken, Nina Hemmer und Lisa Hug seien drei vielversprechende Athletinnen im Landesleistungskader, die die Olympiaqualifikation für London 2012 schaffen könnten. Heinz Schmitz muss es wissen.

Er ist seit fast 40 Jahren Trainer beim AC Ückerath. Der gelernte Elektriker musste seine eigene Ringerkarriere mit 21 Jahren aufgeben. Nach drei Meniskus-Operationen "ging es nicht mehr". Sich gänzlich vom Ringen zu verabschieden, kam für ihn aber nicht in Frage. Und so startete er seine Trainer-Karriere mit 22. Er ist heute NRW-Landestrainer für Frauenringen, Assistent des Bundestrainers und sportlicher Leiter des Teilinternats in Dormagen.

Vom Jungen-Training hat er sich 1992 verabschiedet. Er wollte "mal was anderes" probieren, sagt er. "Es ist eine spannende Aufgabe. Das geht schon bei der Nachwuchswerbung los." Dafür nutzt er auch gerne seine Kontakte, die sich ihm als Hausmeister an der Schule bieten. Aus seiner Erfahrung weiß Heinz Schmitz: "Wenn ein Mädchen erst mit dem Ringen begonnen hat, dann will es meistens auch nicht mehr aufhören."

Ihm sei wichtig, dass die Sportlerinnen wüssten, dass sie sich auf ihn verlassen können. Er hat ein offenes Ohr für seine Schützlinge. "Ein guter Trainer denkt und lenkt", meint er. Er selbst profitiere vom Umgang mit den jungen Leuten, indem es ihn selber jung halte. Zwar sei es auch stressig, da er als Landestrainer und mit der Nationalmannschaft viel unterwegs sei, aber das Reisen mache alles in allem immer Spaß.

Privat geht's mit seiner Frau im Wohnwagen auf Reisen. Wenn es sich einrichten lässt, verbinden sie ihre Touren gerne mit Zwischenstopps bei Konzerten. Beide hören gerne Klassik und Gregorianische Musik.

(NGZ/rl)