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Dormagen: Lkw-Panne: "Beschilderung in Rheinfeld schlecht"

Dormagen : Lkw-Panne: "Beschilderung in Rheinfeld schlecht"

Staunend hatten Anwohner am Dienstag die Rettungsaktion für den auf einem Wirtschaftsweg hängengebliebenen 40-Tonner verfolgt, die Mittwoch erfolgreich endete. Ein Anwohner machte gleich die Probe aufs Exempel, stieg ins Auto und gab an der Feuerwache in sein fest eingebautes Navi das Ziel An den Reschen ein.

Ergebnis: Der Rheinfelder wurde wie der Lkw auf die "Hildener Straße" gelotst — so heißt der Wirtschaftsweg auf manchen Karten und im Garmin-Navi des Lkw-Fahrers. Im offiziellen Straßenverzeichnis der Stadt existiert die Straße laut Gottfried Koch, Leiter der Technischen Betriebe Dormagen, nicht. Der TBD-Chef checkte auch sein Navi: "In meinem Gerät ist der Weg nicht als Straße verzeichnet." In anderen schon. Der Testfahrer wurde auf den Obersten Monheimer Weg, der zu Kläranlage und Deich führt, und dann links in die Hildener Straße geleitet. Dann führte die Route bis zur Hitdorfer Straße, an der links wieder zur Rheinfelder gefahren werden soll.

Hauptkritikpunkt der Anwohner: Wer sich vom Navi auf die Hildener Straße hat lotsen lassen, bekommt keinen Hinweis mehr auf die verbotene Durchfahrt. An den Einfahrten in die Monheimer und Baumberger Straße, die am Wirtschaftsweg enden, steht jeweils ein "Durchfahrt verboten"-Schild, an der Hitdorfer Straße nicht. Und Rechtsabbieger, die von der Monheimer auf den Wirtschaftsweg zur Feuerwehr abbiegen, können den Hinweis nicht sehen — das Schild ist zugewachsen. Fazit der Anwohner: Die Beschilderung ist schlecht. Zudem müsse die Straße raus aus jedem Kartenmaterial. Aber wie kommt sie da rein? Navi-Hersteller Navigon erhält sein Kartenmaterial wie Garmin von Navteq. "Wir bekommen die gleichen Rohdaten, die jeder Hersteller auf seine Art darstellt", sagt Navigon-Sprecherin Angela Obermaier. Im Rheinfelder Fall läge ein Fehler vor: "Es kann sein, dass das einmal falsch kartografiert und seither nicht überprüft worden ist", so Obermaier — dies sei nur in Ballungsgebieten und Großstädten regelmäßig der Fall.

Der ADAC weist zudem auf die Unterschiede zwischen Pkw- und Lkw-Navi hin. Bei einer Befragung von Lkw-Fahrern fand der ADAC vor gut einem Jahr heraus, dass 31 von 32 Lkw zwar ein Navigationsgerät an Bord hatten, aber nur fünf über eine spezielle Lkw-Software verfügten. Ulrich Klaus Becker, ADAC-Vize für Verkehr: "Die Technik ist noch nicht perfekt, aber für die meisten Lkw-Routen geeignet und auch für kleinere Firmen bezahlbar."

(NGZ)