Literaturprojekt Dormagen-Zons: Eröffnung des Stelenpfads in der Nordhalle

Literaturprojekt Dormagen-Zons : Stelenpfad wurde in der Nordhalle eröffnet

Wegen des schlechten Wetters gab es vor dem Festakt keine vorherige Begehung des neuen Literaturpfads ins Zons.

Heimat ist ein vielschichtiger Begriff, den jeder anders und jeder individuell für sich definiert. Heimat kann ein Haus, ein Geruch, ein Mensch oder ein Gefühl sein. Europa soll unsere gemeinsame Heimat werden, das bringen die Kultur- und Heimatfreunde Zons mit dem Stelenpfad zum Ausdruck. Zum fünften Mal hat der Verein um den Vorsitzenden Karl Kress auf dem Wallgraben zwölf Stelen mit Literatur bestückt, die Spaziergänger zum aufmerksamen Lesen und Nachdenken anregen soll. Es sind Zitate deutscher und polnischer Autoren zum Thema Europa, die in Zusammenarbeit mit Schülern des Liceums Mikolòw entstanden sind und von Gregor Jarosch in die jeweils andere Sprache übersetzt wurden. Sie fragen wie der deutsche Maler und Grafiker Ernst Ludwig Kirchner: „Ein einiges Europa wäre das Ende der Kriege und es wird kommen, aber wann?“ Oder sagen wie Jacke Kuron: „Ein vereintes Europa ist für mich ein winziger Stopp auf dem Weg zu einer vereinten Welt.“ Wolfgang Heinrichs ergänzte die Zitate durch Erläuterungen zu den Autoren.

„Aufgrund des Wetters konnten wir zum ersten Mal die Begehung nicht den Vorträgen voranstellen“, sagte Schriftführerin Hedi Schütt. Im Kellergewölbe der Nordhalle lauschten die Besucher im Trockenen den Ausführungen von Kreisarchivar Stephen Schröder, der in das Thema einführte, sowie der Ansprache von Schirmherr und Europa-Abgeordneten Stefan Berger. „Das ist eine äußerst wertvolle Veranstaltung, weil die Stelen verdeutlichen, dass geistige Ideen die Grundlage für politisches Handeln sind.“ Seiner Ansicht nach wurden würdige deutsche und polnische Denker als starke Zitatgeber ausgesucht, über die es sich lohne, nachzudenken. „Als Europa-Abgeordneter sehe ich, dass Europa sich nur im Miteinander den globalen Herausforderungen stellen kann. Noch immer haben wir eine Mehrheit, die auf Gemeinsamkeit ausgerichtet ist, aber sie ist knapp und innerlich unterschiedlich.“ Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Bundestagsabgeordneter Hermann Gröhe sowie die Schulleitungen Thomas Vatheuer (BvA Gymnasium) und Marek Makulak (Liceum Mikolòw) haben einen Konsens: Es gilt, Europa stärker zu machen und die Jugend einzubinden. Dass die Kultur- und Heimatfreunde Zons das in vorbildlicher Weise umsetzen, hoben alle lobend hervor. Und Stephen Schröder wagte es als Schalke-Fan sogar, den ehemaligen BVB-Trainer Jürgen Klopp zu zitieren, weil es einfach passt. Dieser sagte in einem Interview mit dem „Guardian“: „Die EU ist nicht perfekt, aber es ist die beste Idee, die wir hatten.“