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Dormagen: Letzte Tickets für Konzert-Geheimtipps

Dormagen : Letzte Tickets für Konzert-Geheimtipps

Schon annähernd die Hälfte der Karten für das Festival Alte Musik sind reserviert oder verkauft. Bestseller ist Bachs h-moll-Messe zur Eröffnung. Auch unter den bisher weniger gefragten Konzerten gibt es echte Geheimtipps.

Hermann Max, künstlerischer Leiter des Festivals, das er vor 20 Jahren gegründet hat, wird nicht müde zu betonen: Ein populäres "Best of Barock"-Programm, eine Hitparade der Alten Musik will er nicht in Knechtsteden. "Wir wollen nicht zu populistisch werden. Ein ,Messias' wäre natürlich ruckzuck ausverkauft."

Die Mischung aus bekannten großen Werken und Neuentdeckungen reizt ihn — diese Kombination prägt auch das Programm 2011. Das Gros des Publikums sucht dennoch zunächst nach Bekanntem — wenig überraschend ist, dass für das Eröffnungskonzert mit Johann Sebastian Bachs h-moll-Messe am Freitag, 16. September, 20 Uhr, schon etwa zwei Drittel der Tickets verkauft sind, wie Festival-Geschäftsführer Martin Kahl betont. Auch die "Landpartie" am Sonntag, ein moderierter Nachmittag mit englischer Musik, sei ein Renner — "es hat sich offenbar herumgesprochen, dass gute Musik im Kreuzgang-Innenhof bei lockerer Atmosphäre ein besonderes Vergnügen bereitet", sagt Kahl.

Zufrieden ist er auch mit der Nachfrage nach Karten für die Romanische Nacht, die wieder samstags ab 20 Uhr stattfindet, und für das "Gipfeltreffen" am Sonntagabend, 20 Uhr, mit Musik von Leclair, Locatelli, Händel, Mancini und weiteren Komponisten-Stars an den großen Höfen ihrer Zeit im Hochbarock — gesungen von der ebenso attraktiven wie großartigen Nuri Rial. Weniger Zuspruch finden bisher Veranstaltungen, die für Kenner der Barock-Szene Selbstläufer sind — schon weil die Interpreten zum Besten zählen, was die Kunst zu bieten hat. Beispielsweise beim Konzert unter dem Titel "Belcanto" am Freitag, 23. September, 20 Uhr, der englische Tenor James Gilchrist, "auf dessen Verpflichtung wir sehr stolz sind", sagt Kahl. Hermann Max schwärmt: "Er ist ein höchst expressiver Sänger mit toller Gestik." Passend zum erregenden, leidenschaftlichen Stoff in Claudio Monteverdis "Tornate" und Matthew Lockes "Curtain tune". Begleitet werden die Sänger Gilchrist, Bethany Seymour und Jan Kobow von einem Ensemble, dessen Leiterin hiesigen Konzertbesuchern als "Star"-Geigerin von L'Arpeggiata bekannt ist: Veronika Skuplik, die in diesem Fall als Leiterin des Bremer Ensembles "La Dolcezza" auftritt.

Ein "Geheimtipp" ist auch das "Leidenschaften" betitelte Programm am Donnerstagabend, 20 Uhr. Zu hören sind Henry Purcells wundervolle Kirchenmusik und die Erstaufführung von Alessandro Melanis "Marienvesper", die Max rekonstruiert hat. "Künstlerisch ein Höhepunkt des Festivals", so Martin Kahl. Besonders werben möchte er auch für den Klavierabend mit Hardy Rittner am Mittwochabend in Zons: "Klavier solo, noch dazu mit Schönberg, ist sicher ein spezielles Angebot."

(NGZ)